
Lochen gehört zu den grundlegenden Verarbeitungsschritten in der Druck- und Papierverarbeitung und wird manchmal auch als Teil der Druckveredelung eingesetzt. Durch präzise gestanzte Öffnungen lassen sich Druckprodukte leichter abheften, binden oder weiterverarbeiten, ohne ihre optische Qualität zu beeinträchtigen. Dabei spielt neben der Funktionalität auch die saubere Ausführung eine wichtige Rolle, insbesondere bei hochwertigen Druckerzeugnissen.
Lochen «einfach erklärt»
Lochen bedeutet, runde Öffnungen in Papier zu stanzen. Diese Löcher helfen, Blätter in Ordnern oder Ringbüchern abzuheften. Meist werden dafür spezielle Geräte wie Locher verwendet. So bleiben Dokumente ordentlich sortiert und zusammengehalten.
Definition: Lochen
Lochen ist ein mechanisches Verfahren, bei dem durch Druck oder Schlag runde oder spezielle Öffnungen in ein Material eingebracht werden. Es zählt zu den klassischen Verarbeitungsschritten im Druck- und Fertigungsbereich und kann sowohl funktionale als auch ästhetische Zwecke erfüllen.
Merkmale des Lochens:
- Ziel: Erzeugung präziser Öffnungen für Ablage, Bindung oder Weiterverarbeitung
- Verfahren: Material wird mithilfe von Stempeln und Matrizen ausgestanzt
- Materialien: Papier, Karton, Kunststoff, Metall oder Textilien
- Anwendungsbereiche: Druckweiterverarbeitung, industrielle Fertigung, Büroorganisation
- Ausrichtung: manuell, halbautomatisch oder vollständig automatisiert
In der Druckveredelung kann Lochen auch gestalterisch eingesetzt werden, etwa für dekorative Muster, strukturierte Oberflächen oder individuelle Produktveredelungen.

Locharten
Je nach Anwendung, Material und gewünschtem Zweck kommen unterschiedliche Locharten zum Einsatz. In der Druck- und Weiterverarbeitung unterscheidet man vor allem zwischen standardisierten Ablageformaten und speziellen Funktionslochungen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
| Lochart | Beschreibung | Typische Anwendung |
| Standardlochung mit 80 mm Abstand zwischen den Löchern | Büro- und Ablagedokumente, Aktenordner | |
| Vier-Loch-System | Vier gleichmässig verteilte Löcher für erhöhte Stabilität | Präsentationsmappen, häufig genutzte Unterlagen |
| Einzellochung | Einzelne Öffnung, meist oben links platziert | Lose Blätter, Quittungen |
| Mehrfachlochung | Individuell angepasste Lochmuster | Kalender, Broschüren, Notizblöcke |
| Rundlochung | Klassische, kreisrunde Form, meist Ø 4–6 mm | |
| Sonderlochung | Freiform-Lochungen, z. B. oval, rechteckig oder dekorativ | Designprodukte, Verpackungen |
Neben diesen Standardformen werden in der industriellen Fertigung auch Funktionslochungen eingesetzt, etwa für Steckverbindungen, Sensoröffnungen oder Montagezwecke. In der Druckveredelung können dekorative Lochungen zudem gestalterische Akzente setzen und die Haptik des Produkts gezielt beeinflussen.
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Technische Verfahren
Beim Lochen kommen unterschiedliche technische Verfahren zum Einsatz, die je nach Material, Stückzahl und gewünschter Präzision variieren. Grundsätzlich wird zwischen manuellem, halbautomatischem und automatischem Lochen unterschieden.
Wird meist im Büro eingesetzt. Klassische Handlocher oder Tischgeräte stanzen einzelne Blätter oder kleine Stapel. Diese Methode ist kostengünstig, aber zeitaufwendig und weniger präzise.
Eignet sich für mittlere Auflagen und kombiniert manuelle Bedienung mit motorischer Unterstützung. Die Positionierung der Löcher lässt sich exakt steuern, was diese Lösung besonders für kleinere Druckereien oder Copyshops attraktiv macht.
Wird in industriellen Druck- und Finishing-Anlagen genutzt. Hier erfolgt das Lochen direkt im Produktionsprozess, oft in Kombination mit anderen Verarbeitungsschritten wie Schneiden, Falzen oder Heften. Diese Methode bietet höchste Effizienz und Wiederholgenauigkeit.
Zusätzlich gibt es spezialisierte Stanz- und Lochmaschinen, die mit austauschbaren Werkzeugen arbeiten und verschiedene Lochmuster ermöglichen. In modernen Anlagen sind Sensoren und Steuerungssysteme integriert, die für präzise Lochpositionen, gratfreie Kanten und eine hohe Prozessgeschwindigkeit sorgen.
Anwendungsbeispiele
Lochen wird in verschiedenen Phasen der Druckweiterverarbeitung angewendet und erfüllt dabei sowohl funktionale als auch ästhetische Zwecke. Abhängig vom Druckprodukt und dem gewünschten Endergebnis kann es Teil eines klassischen Finishing-Schritts oder einer gezielten Druckveredelung sein.
Typische Einsatzbereiche
Standard-Lochungen (z. B. 2- oder 4-fach) erleichtern das Abheften von Dokumenten, Berichten und Präsentationsmappen.
Lochungen dienen als Vorbereitung für Ringbindungen oder Mappenmechaniken.
Hier werden exakte Rund- oder Langlochungen eingesetzt, um Kalenderblätter aufzuhängen oder in Spiralbindungen zu integrieren.
Spezielle Lochformen (z. B. Rund-, Stern- oder Herzformen) können als dekoratives Element oder zur Entwertung dienen.
In der Serienproduktion werden Lochungen automatisiert mit anderen Bearbeitungsschritten wie Schneiden, Falzen oder Stanzen kombiniert.
Qualitätsanforderungen
Damit gelochte Druckprodukte oder Materialien sowohl funktional als auch optisch überzeugen, sind hohe Qualitätsstandards im gesamten Prozess entscheidend.
Präzision, Materialschonung und Prozesssicherheit stehen dabei im Vordergrund. Schon kleine Abweichungen bei Lochdurchmesser oder Position können die Weiterverarbeitung, etwa beim Abheften, beeinträchtigen.
Wichtige Anforderungen beim Lochen sind:
- Masshaltigkeit: Exakte Positionierung und gleichmässiger Lochabstand für eine saubere Weiterverarbeitung.
- Gratfreie Schnittkanten: Vermeidung von ausgefransten Rändern oder Materialbeschädigungen, insbesondere bei dickem Papier oder Karton.
- Materialanpassung: Einstellung von Druckkraft und Stanzwerkzeug je nach Materialstärke und Oberflächenveredelung.
- Prozessintegration: Abstimmung des Lochvorgangs mit anderen Verarbeitungsschritten wie Falzen, Binden oder Stanzen, um Nacharbeit zu vermeiden.
- Wartung & Kontrolle: Regelmässige Überprüfung der Werkzeuge und Maschinen.

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Alternativen
Neben dem klassischen Lochen gibt es zahlreiche Verfahren, die entweder ähnliche Funktionen erfüllen oder das Lochen sinnvoll ergänzen. Die Wahl hängt vom gewünschten Einsatzzweck, der Weiterverarbeitung und dem Erscheinungsbild des Endprodukts ab. Während das Lochen meist der praktischen Handhabung dient, können andere Techniken zusätzliche ästhetische oder funktionale Vorteile bieten.
Mögliche Alternativen sind:
Vorgelochtes Papier spart Zeit bei hohen Auflagen und sorgt für gleichbleibende Präzision. Ideal für Dokumente, die regelmässig abgeheftet werden.
Perforieren ermöglicht das saubere Abtrennen von Abschnitten, z. B. bei Eintrittskarten.
Stanzformen, wie beispielsweise Ösen oder Sonderformen bieten kreative Gestaltungsmöglichkeiten und werden häufig für Etiketten, Verpackungen oder Designprodukte genutzt.
Rillen und Falzen dienen der Vorbereitung auf das Falten oder Binden und verhindern Papierbruch.
Je nach Bindungsart kann das Lochen Teil des Bindevorgangs sein oder durch andere Befestigungstechniken ersetzt werden.
Vergleich der Verfahren
Die folgende Übersicht vergleicht die verschiedenen Verfahren miteinander:
| Verfahren | Zweck | Typischer Einsatz | Vorteil |
| Lochen | Ablage, Bindung | Büro- und Druckdokumente | Präzise, standardisiert |
| Perforieren | Trennen | Formulare, Tickets | Flexibel ablösbar |
| Stanzen | Gestaltung | Etiketten, Verpackungen | Kreative Formen möglich |
| Rillen/Falzen | Faltvorbereitung | Broschüren, Karten | Vermeidet Papierbruch |
| Binden | Fixierung | Abschlussarbeiten, Kataloge | Professionelles Erscheinungsbild |
Häufig gestellte Fragen
Lochen bedeutet, mit einem mechanischen Werkzeug runde oder andersförmige Öffnungen in ein Material, meist Papier, Karton oder Kunststoff, zu stanzen. Dadurch lassen sich Dokumente abheften, binden oder weiterverarbeiten.
Es gibt verschiedene Lochverfahren, die je nach Material und Einsatzzweck eingesetzt werden. Dies sind manuelles Lochen, halbautomatisches Lochen und automatisches Lochen.
Es dient der praktischen Weiterverarbeitung und Archivierung von Druckprodukten, etwa bei Ordnern, Broschüren oder Formularen.
Beim Lochen entstehen meist standardisierte Rundlöcher, während Stanzen komplexere oder dekorative Formen ermöglicht.
Immer dann, wenn Druckprodukte abgeheftet, organisiert oder weiterverarbeitet werden sollen, besonders bei Büro-, Schul- oder Geschäftsunterlagen.