
Neben dem bekannten Druckerpapier gibt es zahlreiche weitere Papiersorten mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Einige davon sind kaum bekannt, wie etwa das Steinpapier. Auch wenn man Steine und Papier zunächst nicht miteinander in Verbindung bringen würde, gilt diese Papieralternative als besonders nachhaltig. Woraus Steinpapier besteht, welche Eigenschaften es besitzt und wofür es verwendet wird, erfährst du in diesem Beitrag.
Definition: Steinpapier
Steinpapier ist ein umweltfreundliches, papierähnliches Material, das nicht aus Holzfasern, sondern hauptsächlich aus fein gemahlenem Kalkstein (Calciumcarbonat) und einem kleinen Anteil an Kunststoff (HDPE) als Bindemittel besteht. Synonym zu Steinpapier wird auch der Begriff «Mineralpapier» verwendet.
Die typischen Eigenschaften von Steinpapier sind:
- Wasser- und reißfest
- Wisch- und ölbeständig
- Weiche, glatte Oberfläche
- Kein Einsatz von Wasser, Bleichmitteln oder Zellstoff bei der Herstellung
Grammatur
Steinpapier gibt es in verschiedenen Grammaturen, meist im Bereich von 120 g/m² bis etwa 400 g/m².
Typische Grammatur Werte von Steinpapier sind:
- 120–160 g/m²: für Broschüren, Flyer oder Seiten von Notizbüchern
- 200–300 g/m²: für Visitenkarten, Umschläge oder Verpackungen
- über 300 g/m²: für stabile Karten, Poster oder Outdoor-Anwendungen
Da Steinpapier etwas dichter und schwerer ist als Zellulosepapier, fühlt sich bereits eine niedrigere Grammatur massiver an. Ein Steinpapier mit 120 g/m² entspricht vom Griffgefühl ungefähr einem herkömmlichen Papier mit rund 150–170 g/m².
Nachhaltigkeit
Steinpapier gilt als ressourcenschonend, da es ohne Holzfasern, Wasser und Bleichmittel produziert wird. Das Calciumcarbonat stammt häufig aus Abfallprodukten von Steinbrüchen oder Marmorwerken, wodurch keine zusätzlichen Rohstoffe abgebaut werden müssen.
Zudem verursacht die Produktion von Steinpapier weniger CO₂-Emissionen als herkömmliche Papierherstellung, da keine energieintensive Zellstoffproduktion nötig ist. Auch der Wasserverbrauch ist nahezu null, was Steinpapier zu einer umweltfreundlichen Alternative für viele Druckanwendungen macht.
Entsorgung
Steinpapier ist recycelbar, gehört jedoch nicht in den herkömmlichen Altpapierkreislauf, da es einen Anteil an Kunststoff (HDPE) enthält. Stattdessen wird es über den gelben Sack bzw. die Wertstofftonne entsorgt.
Nach der Sammlung wird das Material im Kunststoffrecycling aufbereitet und kann anschließend zur Herstellung neuer Kunststoffprodukte wiederverwendet werden.
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Herstellung
Steinpapier besteht im Wesentlichen nur aus zwei Hauptbestandteilen:
- Calciumcarbonat (CaCO₃): etwa 60–80 % Anteil
- Hochdichtes Polyethylen (HDPE): etwa 20–40 % Anteil
In geringem Maße können zudem Additive oder Farbstoffe beigemischt werden, um bestimmte Eigenschaften zu optimieren.
Das Calciumcarbonat wird aus gemahlenem Kalkstein, Marmor oder Dolomit gewonnen, häufig auch aus Abfallprodukten von Steinbrüchen oder Marmorwerken, und bildet das mineralische Grundgerüst des Materials. Das HDPE dient als Bindemittel, das die feinen Mineralpartikel zusammenhält und wird meist aus recyceltem Kunststoff hergestellt.
Zur Herstellung von Steinpapier wird das feine Mineralpulver mit etwa 20 % HDPE vermischt und anschließend unter Hitze und Druck zu dünnen Bögen gepresst. Dabei entsteht eine glatte, flexible und zugleich reißfeste Oberfläche, ganz ohne den Einsatz von Wasser, Zellstoff oder Bleichmitteln.
So entsteht ein Material, das sich optisch und haptisch kaum von herkömmlichem Papier unterscheidet, jedoch deutlich widerstandsfähiger und nachhaltiger ist.

Geschichte
Die Idee, mineralische Stoffe für die Papierherstellung zu nutzen, ist keineswegs neu. Schon im 19. Jahrhundert gab es erste Versuche, Gesteinsmehle als Basis für Druckmaterialien zu verwenden.
Frühe Entwicklungen
Bereits Alois Senefelder, der Erfinder der Lithografie, erhielt 1819 ein Patent für ein sogenanntes „Steinpapier“. Dabei wurde herkömmliches Papier mit einer Mischung aus Gips-, Kalk- und Tonmehl sowie Ölen und Metalloxiden beschichtet. Ziel war es, ein besonders glattes, druckfähiges Material zu schaffen.
Allerdings erwies sich dieses frühe Steinpapier als kaum praxistauglich, da es weder stabil noch langlebig war.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgten weitere Versuche, bei denen Karton mit Gelatine, Glycerin, Zinkweiß und Wasser bestrichen wurde. Anschließend wurde er mit Alaunlösung oder Formaldehyd fixiert. Diese Varianten fanden in geringem Umfang Anwendung in der Lithografie oder als Umdruckplatten, blieben aber letztendlich dennoch Nischenprodukte.
Modernes Steinpapier
Das heutige Steinpapier unterscheidet sich grundlegend von diesen frühen Experimenten.
In den späten 1990er-Jahren begann die industrielle Produktion von Steinpapier auf Polyethylen-Basis, entwickelt in Taiwan. Die neue Technologie ermöglichte eine stabile, wasserfeste und umweltfreundliche Alternative zu Zellulosepapier.
Das moderne Produkt wurde weltweit patentiert und ist heute unter verschiedenen Markennamen bekannt, darunter Parax Paper, Terraskin, ViaStone, Kampier, EmanaGreen und RockStock.
Seit 2010 ist Steinpapier auch in Deutschland erhältlich und wird vor allem für langlebige Druckprodukte wie Visitenkarten, Flyer und Speisekarten eingesetzt.
Verwendung
Steinpapier wird in vielen Bereichen eingesetzt, in denen herkömmliches Papier an seine Grenzen stößt. Durch seine Reißfestigkeit, Wasserresistenz und glatte Oberfläche eignet es sich ideal für Druckprodukte, die besonders langlebig oder witterungsbeständig sein sollen.
Typische Verwendungsbereiche sind:
- Druckindustrie: Flyer, Visitenkarten, Poster, Speisekarten
- Verpackungen: Etiketten, Tragetaschen, Produktverpackungen
- Outdoor-Bereich: Karten, Notizbücher, Bedienungsanleitungen
- Design & Kunst: Hochwertige Drucke, Skizzen oder Kunstprojekte
- Büro & Organisation: Notizbücher, Kalender, Mappen, wasserfeste Dokumente oder Formulare
- Werbung & Branding: Hochwertige Werbematerialien wie Produktetiketten, Hangtags oder Gutscheinkarten
Anwendungsideen
Steinpapier eignet sich hervorragend für hochwertige Druckprodukte, die lange haltbar und feuchtigkeitsresistent sein sollen.
- Speisekarten & Visitenkarten: bleiben auch bei intensiver Nutzung formstabil und sauber
- Flyer & Broschüren: wirken edel und sind gleichzeitig robust
- Poster & Plakate: behalten Farbe und Form auch in feuchter Umgebung
Durch seine Wasserfestigkeit und Reißfestigkeit ist Steinpapier ideal für unterwegs oder unter freiem Himmel.
- Wetterfeste Notizbücher: perfekt für Reisen, Wandertouren oder Baustellen
- Karten & Anleitungen: unempfindlich gegen Regen und Schmutz
- Reisedokumente & Schilder: stabil, abwischbar und langlebig
Da Steinpapier ohne Holz, Wasser und Bleichmittel hergestellt wird, ist es eine attraktive Alternative für umweltbewusste Anwendungen.
- Verpackungen & Etiketten: robust, recycelbar und ressourcenschonend
- Nachhaltige Werbematerialien: vermitteln Umweltbewusstsein mit moderner Optik
- Wiederverwendbare Listen oder Schilder: lassen sich mehrfach beschriften und feucht abwischen
Die glatte, seidig-matte Oberfläche von Steinpapier bietet ideale Voraussetzungen für kreative Projekte.
- Kunstdrucke & Illustrationen: brillante Farben und hohe Detailtreue
- Designobjekte & Dekorationen: außergewöhnliche Haptik und moderne Anmutung
- Experimentelle Arbeiten: geeignet für Drucktechniken, Collagen oder Mixed-Media-Projekte
Vor- und Nachteile
Wie jedes Material hat auch Steinpapier spezifische Stärken und Schwächen. Es überzeugt vor allem durch seine Langlebigkeit und Umweltfreundlichkeit, bringt jedoch beim Recycling und der Beschreibbarkeit einige Einschränkungen mit sich.
| Vorteile | Nachteile |
| Ressourcenschonung: Wird ohne Holzfasern, Wasser oder Bleichmittel hergestellt. | Recycling: Nicht im Altpapier entsorgbar, sondern über den Gelben Sack. |
| Wasser- und Reißfestigkeit: Besonders robust und langlebig, ideal für häufig genutzte Druckprodukte. | Beschreibbarkeit: Durch die glatte Oberfläche schwerer mit Stift zu beschriften. |
| Witterungsbeständigkeit: Unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und UV-Strahlung. | Hitzeempfindlichkeit: Kann sich bei hohen Temperaturen verformen. |
| Haptik und Optik: Glatte, seidig-matte Oberfläche mit hochwertigem Eindruck. | Kosten: Etwas teurer als herkömmliches Papier. |
| Langlebigkeit: Hohe Stabilität reduziert den Bedarf an Ersatzprodukten. | Verarbeitung: Nicht in allen Druck- und Kopiergeräten problemlos einsetzbar. |
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Vergleich mit anderen Papiersorten
Im Vergleich zu herkömmlichen Papiersorten vereint Steinpapier verschiedene Eigenschaften: die Natürlichkeit mineralischer Rohstoffe und die Widerstandsfähigkeit synthetischer Materialien.
| Papiersorte | Eigenschaften | Unterschied zu Steinpapier |
| Standardpapier aus Zellulose, leicht, aber empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. | Steinpapier ist wasserfest, reißfest und haltbarer, dafür etwas schwerer. | |
| Naturpapier | Unbeschichtet, matt, angenehm beschreibbar, umweltfreundlich hergestellt. | Steinpapier ist glatter, wasserresistent und weniger saugfähig. |
| Löschpapier | Stark saugfähig, weich, nimmt Flüssigkeiten schnell auf. | Steinpapier ist nicht saugfähig und damit ungeeignet zum Aufsaugen von Tinte. |
| Zeitungspapier | Dünn, leicht, kostengünstig, aber wenig stabil und vergilbt schnell. | Steinpapier ist deutlich robuster, farbstabil und langlebig. |
| Halb- bis durchsichtig, glatt, für künstlerische oder technische Anwendungen. | Steinpapier ist undurchsichtig und wirkt massiver, aber ebenfalls glatt. | |
| Fotopapier | Beschichtet, glänzend oder matt, für farbintensive Drucke optimiert. | Steinpapier erreicht ähnliche Farbschärfe ohne zusätzliche Beschichtung. |
| Holzfreies Papier | Zellulosebasiert, frei von Holzbestandteilen, häufig gebleicht und glatt. | Steinpapier enthält keine Zellulose, ist unbeschichtet und reißfester. |
| Zeichenpapier | Relativ rau, gute Haftung für Bleistift und Kohle, leicht saugfähig. | Steinpapier ist sehr glatt, daher weniger für trockene Zeichenmedien geeignet. |
Häufig gestellte Fragen
Steinpapier ist ein papierähnliches Material aus Calciumcarbonat und HDPE, das ohne Holz, Wasser oder Bleichmittel hergestellt wird.
Steinpapier ist nachhaltig, da es ohne Holzfasern, Wasser und Bleichmittel produziert wird und aus Abfallprodukten von Steinbrüchen besteht.
Steinpapier hat ein Flächengewicht von etwa 120 bis 400 g/m², je nach Verwendungszweck.
Steinpapier ist wasserfest, reißfest und langlebiger, während Druckerpapier aus Zellulose besteht und feuchtigkeitsempfindlich ist.
Steinpapier wird durch das Vermischen von gemahlenem Kalkstein (Calciumcarbonat) mit HDPE und anschließendes Pressen unter Hitze zu dünnen Bögen hergestellt.