
Zur Druckveredelung gehören verschiedene technische Verfahren, mit denen Druckprodukte funktional und gestalterisch weiterentwickelt werden. Eines dieser Verfahren ist Stanzen. Es ermöglicht die gezielte Formgebung und Weiterverarbeitung unterschiedlicher Materialien und spielt besonders im Druckfeld eine wichtige Rolle. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über Einsatzbereiche und Verfahren.
Stanzen «einfach erklärt»
Stanzen ist ein Bearbeitungsverfahren, bei dem Material mithilfe eines geformten Werkzeugs unter Druck in eine bestimmte Kontur gebracht oder partiell ausgestanzt wird. Dadurch entstehen präzise Formen und saubere Kanten in einem einzigen Arbeitsschritt.
Das Verfahren eignet sich für Materialien wie Papier, Karton, Kunststoff oder dünnes Metall und wird besonders dann eingesetzt, wenn identische Formen effizient und wiederholgenau hergestellt werden sollen.
Definition: Stanzen
Stanzen ist ein technisches Verfahren, bei dem unterschiedliches Material mithilfe eines Stanzwerkzeugs durch Druckeinwirkung entlang einer definierten Kontur geschnitten oder augestanzt werden. Der Prozess erfolgt zwischen Werkzeug (Stempel) und Gegenform (Matrize) und ermöglicht die schnelle, massgenaue Herstellung gleichbleibender Formen, insbesondere bei Serienproduktionen.
Die Formgebung erfolgt in einem einzigen Arbeitsschritt, im Unterschied zu vielen anderen Bearbeitungsmethoden. Werden identische Formen wiederholt benötigt, ist dieses Verfahren besonders effizient.
Typische Merkmale des Stanzens:
-
Formgebung durch Druckeinwirkung
Ein Werkzeug überträgt Kraft auf das Material und trennt oder verformt es entlang definierter Linien. -
Hohe Wiederholgenauigkeit
Einmal eingerichtet, liefert der Prozess konstant identische Ergebnisse. -
Geeignet für unterschiedliche Materialien
Papier, Karton, Kunststoffe, Folien und dünne Metalle können bearbeitet werden. -
Kombination aus Funktion und Gestaltung
Aussparungen, Konturen oder Durchbrüche können sowohl technische als auch visuelle Aufgaben erfüllen.
Fertigungsverfahren
Stanzen gehört zu den trennenden Fertigungsverfahren und wird eingesetzt, um Werkstoffe schnell, wiederholgenau und konturtreu zu bearbeiten. Je nach Anforderung an Präzision, Stückzahl und Automatisierungsgrad kommen unterschiedliche Verfahrensarten zum Einsatz.
Beim klassischen Stanzen wird das Material mithilfe eines mechanischen Stanzwerkzeugs zwischen Stempel und Matrize getrennt oder geformt.
Eigenschaften des klassischen Stanzens:
- Das Verfahren ist besonders wirtschaftlich bei mittleren bis hohen Stückzahlen.
- Es wird häufig für Papier, Karton, Folien sowie Bleche eingesetzt.
- Es zeichnet sich durch kurze Taktzeiten und eine robuste Prozessführung aus.
Das Präzisionsstanzen wird genutzt, wenn enge Toleranzen, saubere Schnittkanten und exakte Konturen erforderlich sind.
Wichtige Merkmale:
- Durch eine optimierte Werkzeugführung und kontrollierte Prozessparameter entstehen Bauteile mit hoher Masshaltigkeit.
- Typische Einsatzbereiche sind technische Komponenten, feine Konturen oder funktionale Bauteile mit Passanforderungen.
Beim CNC-Stanzen erfolgt die Steuerung des Stanzprozesses computergestützt.
Wichtige Aspekte:
- Positionierung, Hubfolge und Werkzeugwechsel werden automatisiert geregelt, wodurch eine hohe Flexibilität bei wechselnden Formen und Seriengrössen entsteht.
- Das Verfahren eignet sich besonders für komplexe Geometrien, variable Produktionsaufträge und die industrielle Serienfertigung.
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Maschinen
Stanzmaschinen ermöglichen den Stanzprozess durch kontrollierte Kraftübertragung zwischen Werkzeug und Material. Sie bilden die Grundlage für eine wiederholgenaue, wirtschaftliche und prozesssichere Formgebung in unterschiedlichen Anwendungsbereichen.
Je nach Einsatzgebiet, Material und Produktionsmenge unterscheiden sich Stanzmaschinen in Bauweise, Antrieb und Automatisierungsgrad.
| Maschinentyp | Merkmale | |
| Mechanische Stanzmaschine | Kraftübertragung über Exzenter- oder Kurbeltrieb, hohe Hubgeschwindigkeit |
|
| Hydraulische Stanzmaschine | Kraftaufbau über Hydrauliksystem, gleichmässige Druckverteilung |
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| CNC-Stanzmaschine | Computergestützte Steuerung, automatischer Werkzeugwechsel |
|
Auswahlkriterien
Die Wahl der passenden Stanzmaschine hängt von mehreren Faktoren ab:
- Materialart und -stärke
- erforderliche Präzision
- Stückzahl und Produktionsgeschwindigkeit
- Komplexität der Konturen
- Automatisierungsgrad der Fertigung
Moderne Anlagen kombinieren häufig mehrere Funktionen, um Rüstzeiten zu reduzieren und Produktionsprozesse zu optimieren.
Werkzeuge
Stanzwerkzeuge sind die zentralen Funktionselemente des Stanzprozesses. Sie bestimmen die Form, Massgenauigkeit und Schnittqualität des Endprodukts.
Ein Stanzwerkzeug besteht grundsätzlich aus einem Stempel (aktives Werkzeugteil) und einer Matrize (Gegenwerkzeug), zwischen denen das Material durch Druckeinwirkung getrennt oder geformt wird. Die Ausführung des Werkzeugs richtet sich nach Materialart, Konturkomplexität und Stückzahl.
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Werkzeugtypen zum Einsatz. Für Papier- und Kartonanwendungen werden häufig Stanzformen mit Schneidlinien eingesetzt, während in der Metallbearbeitung massive Werkzeugkörper mit hoher Verschleissfestigkeit erforderlich sind.
Entscheidend für die Prozessqualität sind die präzise Werkzeugführung, die korrekte Einstellung des Schneidspalts sowie die Materialhärte des Werkzeugs.
Wesentliche Anforderungen an Stanzwerkzeuge:
- Massgenauigkeit zur Sicherstellung wiederholgenauer Ergebnisse
- Verschleissfestigkeit für konstante Schnittqualität bei hohen Stückzahlen
- Stabilität zur Aufnahme der Prozesskräfte
- Wartungsfähigkeit zur Verlängerung der Standzeit
Die Lebensdauer eines Stanzwerkzeugs hängt von Werkstoff, Beschichtung, Belastung und Pflege ab. Regelmässige Kontrolle, Nachschliff und sachgerechte Lagerung sind entscheidend, um Produktionssicherheit und Schnittqualität dauerhaft zu gewährleisten.

Materialien
Die Eignung eines Materials für das Stanzen hängt von Festigkeit, Dicke, Elastizität und Faserstruktur ab. Diese Eigenschaften beeinflussen Schnittqualität, Werkzeugverschleiss und Prozesssicherheit.
Grundsätzlich lassen sich sowohl weiche als auch feste Werkstoffe bearbeiten, sofern Werkzeuggeometrie und Presskraft darauf abgestimmt sind.
| Materialgruppe | Beispiele | Besonderheiten beim Stanzen |
| Papier & Karton | Verpackungen, Karten, Etiketten |
|
| PET, PVC, PP |
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| Metalle | Aluminium, Stahlblech |
|
| beschichtete Kartons, Laminatfolien |
|
Zubehör & Equipment
Neben der Stanzmaschine und dem eigentlichen Stanzwerkzeug ist weiteres Equipment erforderlich, um Prozessqualität, Wiederholgenauigkeit und Arbeitssicherheit sicherzustellen.
| Komponente | Funktion im Stanzprozess |
| Falzbrett | Unterstützt das präzise Vorbereiten und Positionieren von Papier- und Kartonmaterialien |
| Lochstanzer | Ergänzendes Werkzeug für definierte Durchbrüche oder Registrierlöcher |
| Positionierhilfen | Sichern exakte Materialausrichtung vor dem Stanzvorgang |
| Auswerfer / Abstreifer | Entfernen das gestanzte Teil oder Restgitter aus dem Werkzeugbereich |
| Schmierung & Kühlung | Reduzieren Reibung und Werkzeugverschleiss (v. a. bei Metall) |
| Schutzsysteme zur Unfallvermeidung an Maschinen |
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Typische Anwendungsbereiche
Stanzen wird in zahlreichen Branchen eingesetzt, wenn Materialien präzise konturiert, durchbrochen oder funktional angepasst werden müssen.
Typische Anwendungsbereiche:
Herstellung von Faltschachteln, Etiketten, Anhängern, Sichtfenstern oder Konturstanzungen für Druckprodukte.
Individuelle Formen für Karten, Displays, Aufsteller oder dekorative Elemente mit gestanzten Konturen.
Nutzung von Stanzformen für Papierarbeiten, Scrapbooking oder Bastelprojekte.
Produktion von Dichtungen, Blechteilen, Kontaktteilen oder funktionalen Bauteilen mit definierter Geometrie.
Zuschneiden von Mustern, Öffnungen oder Spezialformen in flexiblen Materialien.
Merke: Die Einsatzvielfalt zeigt, dass Stanzen sowohl gestalterische als auch funktionale Anforderungen abdeckt.
Stanzen vs. andere Verfahren
Neben Stanzen können je nach Material, Konturkomplexität und Stückzahl auch andere Verfahren eingesetzt werden. Diese bieten mehr Flexibilität oder spezielle Materialeigenschaften, sind jedoch meist langsamer oder kostenintensiver im Serienbetrieb.
- Trenn- oder Umformverfahren mit Werkzeug und Matrize
- Sehr hohe Wiederholgenauigkeit
- Kurze Taktzeiten bei Serienfertigung
- Wirtschaftlich bei grossen Stückzahlen
- Werkzeugkosten und geringe Flexibilität bei Designänderungen
- Materialtrennung durch fokussierten Laserstrahl
- Keine festen Werkzeuge erforderlich
- Hohe Flexibilität bei Formänderungen
- Geeignet für komplexe Konturen und kleine Serien
- Wärmeeinfluss auf Material möglich
- Schneiden mit Hochdruckwasserstrahl
- Kein Wärmeeintrag ins Material
- Geeignet für empfindliche oder hitzeempfindliche Werkstoffe
- Geringere Schnittgeschwindigkeit
- Höhere Betriebskosten
- Material wird beim Prägen verformt, nicht durchtrennt
- Einsatz für Oberflächenstrukturen oder Reliefs
- Häufig in der Druckveredelung verwendet
- Keine Durchbrüche oder Konturschnitte möglich
- Spanendes Bearbeitungsverfahren
- Hohe Präzision bei festen Werkstoffen
- Geeignet für dickere Materialien
- Langsamer bei Serienproduktion
- Materialabtrag statt Konturtrennung
Häufig gestellte Fragen
Stanzen bezeichnet ein Verfahren, bei dem Material mithilfe eines Werkzeugs in eine bestimmte Kontur gebracht oder ausgestanzt wird. Es eignet sich für Papier, Karton, Kunststoff oder dünnes Metall.
Beim Stanzen wird das jeweilige Material mithilfe eines geeigneten Werkzeugs getrennt oder geformt.
Zum Stanzen wird spezielles Stanzwerkzeug verwendet. Dieses besteht aus einem Stempel und einer Matrize, die das Material trennen oder formen.
Stanzen wird unter anderem in der Verpackungsindustrie, der Werbetechnik, im Kreativbereich, bei technischen Industrieanwendungen sowie in der Textil- und Folienverarbeitung eingesetzt.