
Es gibt vielfältige Papiersorten. Während Standardpapier wie Druckerpapier täglich genutzt wird, gibt es auch spezielle Varianten für spezifische Aufgaben, dazu zählt Pauspapier. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn Linien, Formen oder Entwürfe exakt übernommen oder weiterbearbeitet werden müssen. In diesem Beitrag wird erklärt, was Pauspapier auszeichnet und worin es sich von Standardpapier unterscheidet.
Pauspapier «einfach erklärt»
Pauspapier ist halbtransparentes Papier, durch das man Linien und Formen erkennen kann, die darunterliegen. Man legt es auf eine Vorlage und kann Motive abpausen (nachzeichnen).
Definition: Pauspapier
Pauspapier ist ein lichtdurchlässiges Spezialpapier, das zum Übertragen von Linien, Formen und Zeichnungen verwendet wird. Durch seine halbtransparente Struktur lassen sich Vorlagen darunter erkennen und präzise nachzeichnen. Übliche Grammaturen liegen meist zwischen 40 und 90 g/m², wobei dünnere Varianten transparenter und dickere stabiler sind.
Kerneigenschaften von Pauspapier sind:
- Halbtransparent: Motive unter dem Papier bleiben sichtbar
- Sehr glatte Oberfläche: ermöglicht saubere, feine Linien
- Relativ hohe Dichte: Fasern sind stark verdichtet, dadurch bessere Lichtdurchlässigkeit
- Formstabil: verzieht sich weniger als normales Papier

Eigenschaften
Durch seine materialbedingten Eigenschaften unterscheidet sich Pauspapier deutlich von Standardpapieren. Diese Merkmale machen es besonders geeignet für das präzise Übertragen von Vorlagen.
-
Hohe Lichtdurchlässigkeit
Linien und Formen unter dem Papier bleiben klar erkennbar. -
Glatte, geschlossene Oberfläche
Ermöglicht präzise Linienführung ohne starkes Verlaufen der Tinte. -
Stark verdichtete Papierfasern
Reduzieren Lufteinschlüsse → bessere Transparenz. -
Geringe Saugfähigkeit
Farbe dringt weniger tief ein, daher saubere Konturen bei Tusche und Fineliner. -
Relativ hohe Reissfestigkeit trotz geringer Dicke
Stabiler als normales dünnes Papier.
Die Übersicht zeigt die Verarbeitungseigenschaften von Pauspapier sowie deren praktische Bedeutung:
| Eigenschaft | Bedeutung in der Praxis |
| Formstabilität | Verzieht sich bei normaler Nutzung kaum |
| Radierfähigkeit | Bleistiftlinien lassen sich entfernen, jedoch mit Vorsicht |
| Bedruckbarkeit | Mit geeigneten Druckverfahren möglich, aber nicht Standard |
| Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit | Kann sich wellen oder verformen |
Der folgende Überblick zeigt, dass Pauspapier präzises Nachzeichnen ermöglicht, den Einsatz stark flüssiger Zeichenwerkzeuge jedoch deutlich einschränkt.
| Werkzeug | Eignung |
| Bleistift | Sehr gut |
| Fineliner | Gut |
| Tusche | Gut, trocknet langsamer |
| Füller | Eingeschränkt |
| Aquarell / wasserreiche Farben | Ungeeignet |
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Arten
Die verschiedenen Arten von Pauspapier unterscheiden sich in vor allem in Materialstruktur, Transparenzgrad und Einsatzzweck. Zusätzlich wird zwischen Blattware (z. B. A4-A0) und Plotterrollen (für grossformatige technische Zeichnungen) unterschieden.
Die Hauptarten von Pauspapier sind:
| Art | Merkmale | Typische Nutzung |
| Hohe Lichtdurchlässigkeit, glatte Oberfläche |
|
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| Pergamin-Pauspapier | Sehr dicht, besonders glatt, leicht glänzend |
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| Architekten-Pauspapier | Masshaltig, reissfest, formstabil |
|
| Starkes Transparentpapier | Höhere Grammatur, stabiler |
|
Ähnliche Papiere
Im Alltag werden verschiedene Übertragungspapier oft mit Pauspapier gleichgesetzt. Technisch handelt es sich jedoch um andere Produkte:
- Kohlepapier: übertägt Farbe durch Druck, nicht durch Transparenz
- Transferpapier: beschichtetes Papier für Holz, Stoff oder Leinwand
- Plotterpapier: Druckmedium, meist nicht transparent
Alternative Lösungen
Wenn kein Pauspapier verfügbar ist, können folgende Materialien eingeschränkt als Ersatz dienen:
- Butterbrotpapier: leicht lichtdurchlässig und für einfache Übertragung geeignet.
- Backpapier: ebenfalls halbtransparent, besitzt aber schlechtere Zeicheneigenschaften.
- Selbstgemachtes Pauspapier: Sehr dünnes Kopierpapier kann durch starkes Andrücken und grossflächiges Schraffieren mit Bleistift etwas durchscheinender wirken. Es erreicht jedoch nicht die Transparenz von echtem Pauspapier.
Typische Anwendungsbereiche
Pauspapier wird überall dort verwendet, wo Vorlagen präzise übertragen, Entwürfe weiterentwickelt oder Ebenen übereinandergelegt werden müssen.
Dabei wird zwischen verschiedenen Anwendungsbereichen unterschieden:
Im gestalterischen Bereich wird Pauspapier für verschiedene Methoden eingesetzt:
- Zeichnen & Illustration: Skizzen nachziehen, Entwürfe korrigieren
- Grafikdesign: Layout-Elemente positionieren, Ebenen vergleichen
- Kunst: Vorzeichnungen auf Leinwand oder Papier übertragen
- Mode- und Textildesign: Schnittmuster und Entwürfe übertragen
Für die technische und planerische Nutzung ist Pauspapier essenziell:
- Architektur: Baupläne überarbeiten, Varianten vergleichen
- Technisches Zeichnen: Konstruktionsdetails anpassen
- Produktdesign: Entwurfsphasen mit mehreren Überlagerungen
Im Handwerk und im DIY-Bereich ist Pauspapier besonders nützlich bei Näharbeiten, um Schnittmuster zu übertragen, sowie bei Holz- und Bastelarbeiten, um Motive auf Werkstücke zu bringen. Auch in der Kalligrafie und im Lettering wird es genutzt, um Schriftzüge vorzuskizzieren.
In Schule und Studium kann Pauspapier dabei helfen, Karten, Diagramme oder Skizzen zu übertragen. Im Kunstunterricht dient es zudem dazu, Proportionen und Formen zu üben.
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Schritt-für-Schritt-Anleitung
Damit Linien sauber übertragen werden und das Papier nicht beschädigt wird, sollte Pauspapier äusserst sorgfältig verwendet werden.
-
Vorlage fixieren
Die Originalzeichnung glatt auf eine feste Unterlage legen. -
Pauspapier auflegen
Das Papier exakt ausrichten und bei Bedarf mit Klebeband an den Rändern befestigen. -
Geeignetes Zeichenwerkzeug wählen
Bleistift oder Fineliner verwenden; stark flüssige Farben vermeiden. -
Mit leichtem Druck nachzeichnen
Zu starker Druck kann das Papier beschädigen oder durchdrücken. -
Kontrolle und Korrektur
Linien prüfen, vorsichtig radieren, um die Oberfläche nicht aufzurauen. -
Übertragung auf Zielmaterial (optional)
Das fertige Motiv kann anschliessend weiterverarbeitet oder erneut übertragen werden.
Hinweis: Eine saubere Unterlage und geringe Feuchtigkeit sind bei der Verwendung von Pauspapier essenziell. Knicke sollten vermieden und Korrekturen nur vorsichtig ausradiert werden.
Vor- und Nachteile
Pauspapier bietet durch seine Transparenz und Oberflächenstruktur klare funktionale Vorteile, bringt jedoch auch materialbedingte Einschränkungen mit sich.
| Vorteil | Bedeutung |
| Hohe Lichtdurchlässigkeit | Exaktes Nachzeichnen von Vorlagen |
| Glatte Oberfläche | Saubere, präzise Linienführung |
| Mehrschichtiges Arbeiten möglich | Entwürfe können überlagert und verglichen werden |
| Relativ formstabil | Weniger Verzug als bei normalem dünnem Papier |
| Geringe Farbaufnahme | Linien bleiben scharf, weniger Ausfransen |
| Nachteil | Auswirkung |
| Empfindlich gegenüber Feuchtigkeit | Wellenbildung oder Verformung |
| Begrenzte Radierfähigkeit | Oberfläche kann bei starkem Radieren beschädigt werden |
| Nicht für alle Stifte geeignet | Füller oder wasserreiche Farben verlaufen |
| Geringere Opazität | Durchscheinende Linien können die Lesbarkeit stören |
| Weniger robust als Karton | Knickempfindlich |

Häufig gestellte Fragen
Pauspapier ist ein halbtransparentes Spezialpapier, das verwendet wird, um Linien, Formen oder Zeichnungen von einer Vorlage präzise nachzuzeichnen. Durch seine hohe Lichtdurchlässigkeit lassen sich Motive darunter erkennen, sodass sie übertragen oder weiterbearbeitet werden können.
Nur eingeschränkt. Aufgrund der glatten, wenig saugfähigen Oberfläche kann Tinte langsamer trocknen oder verlaufen. Für Standarddrucke ist normales Papier besser geeignet.
Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich genutzt. Technisch ist Pauspapier jedoch speziell für das Nachzeichnen optimiert, während Transparentpapier auch als gestalterisches oder dekoratives Material eingesetzt wird.
Pauspapier wird verwendet, wenn Vorlagen präzise übernommen, verglichen oder weiterentwickelt werden sollen. Seine Transparenz ermöglicht es, Linien und Formen durch das Papier hindurch zu sehen und exakt nachzuzeichnen.
Pauspapier ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, knickanfällig und weniger robust als normales Papier. Zudem kann starkes Radieren die Oberfläche beschädigen, und flüssige oder stark deckende Farben verlaufen leicht.