Ideenplagiat – Definition und Konsequenzen

11.03.23 Arten von Plagiaten Lesedauer: 6min

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Grundsätzlich gilt weltweit die These, dass man eine Idee nicht stehlen kann. Wer beispielsweise eine Filmidee für eine Liebesgeschichte hat, ist damit nicht allein. Das beweisen die unzähligen Filme, die bereits existieren. Gleiches gilt auch für das Verfassen von Liebesromanen. Bei wissenschaftlichen Arbeiten gilt dies nur teilweise. Wenn die Idee für eine Untersuchung übernommen wird – ohne die Quelle zu nennen, dann gilt dies als Ideenplagiat.

Ideenplagiat «einfach erklärt»

Ein Ideenplagiat bezeichnet das Übernehmen einer fremden Idee. Dabei entnimmst du die These aus einer anderen wissenschaftlichen Arbeit und gibst denselben Gedanken in deiner eigenen Arbeit wieder, ohne auf die wissenschaftliche Arbeit des Anderen zu verweisen. Das Ideenplagiat zieht immer schwerwiegende Folgen nach sich.

Definition: Ideenplagiat

Du kannst dich immer auf bereits existierende wissenschaftliche Arbeiten berufen und deren Forschung weiterführen, wenn du die entsprechende Arbeit als Quelle nennst. Sobald du die Quelle nicht nennst, gibst du die fremde Idee als deine eigene Idee aus und begehst auf diese Weise ein Ideenplagiat.1 Dieses wird auch als geistiger Diebstahl bezeichnet.

Es wird zwischen Ideenplagiat und Strukturplagiat unterschieden. Der Unterschied besteht in den verschiedenen Vorgehensweisen, mit denen in der Regel versucht wird, die notwendige Zitatkennzeichnung sowie dessen Quellenangabe zu umgehen.

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Ideenplagiat vs. Strukturplagiat

Das Ideenplagiat ähnelt dem Strukturplagiat, allerdings handelt es sich um unterschiedliche Arten von Plagiaten, die sich ei genauerer Betrachtung klar unterscheiden.

Strukturplagiat

Das Strukturplagiat umfasst den formalen Aufbau und die einzelnen Punkte einer wissenschaftlichen Arbeit, nicht aber die komplette Idee. Doch es gehört noch mehr dazu, denn das Strukturplagiat wird auch «paraphrasierendes Plagiat» genannt. Zu diesem zählen auch Umschreibungen und Umformulierungen einer Quelle, die ohne Quellenerwähnung in deiner wissenschaftlichen Arbeit verwendet werden.1

Bei einem Strukturplagiat übernimmst du den Aufbau einer fremden Arbeit und verwendest den strukturellen Aufbau in deiner Arbeit.

Ideenplagiat

Das Ideenplagiat beschreibt die Übernahme einer Idee, ohne deren Quelle zu nennen. Doch auch mit Quellennennung läge hier ein Plagiat vor, wenn ein Text im Ganzen ohne eigenen Gedankengänge, Fragen und Schlussfolgerungen von einem anderen Verfasser übernommen wurde. Denn bei einem Ideenplagiat verwendest du die Überlegungen einer anderen Person und deine eigene Reflexion des Themas fehlt.

Bei einem Ideenplagiat übernimmst du alle Überlegungen eines fremden Autors und gibst diese als deine eigenen Gedanken an.

Konsequenzen eines Ideenplagiats

Du kannst deine Forschungsarbeit auf die Thesen einer anderen Arbeit aufbauen, wenn dir neue, zusätzliche Argumente und Antworten auf die ursprünglich gestellte Frage einfallen. Dennoch musst du deine wissenschaftliche Arbeit als eine neue Forschung beginnen, die vielleicht die Methoden früherer Forschungen infrage stellt. Sobald du eine Idee komplett übernimmst und sie (ohne die Quelle zu nennen) als deine Idee ausgibst, wird dies als Ideenplagiat gewertet.

Wird dieses nachträglich – auch Jahrzehnte später – erst erkannt, wird dir auch dann noch dein erworbener Titel aberkannt. Das kann dich deinen Arbeitsplatz oder deine Aufträge kosten und zum Verlust deiner Reputation führen, sodass du keine neuen Aufträge oder Jobangebote erhältst. Diverse prominente Beispiele findest du dafür in der Politik.

Wie erkennt man ein Ideenplagiat?

Du als Verfasser erkennst, dass du ein Ideenplagiat begehst, wenn du die Idee in deiner wissenschaftlichen Arbeit einfach kopiert hast oder sie umformuliert mit deinen eigenen Worten wiedergegeben hast – ohne die Quelle anzugeben.

Deine Prüfer und Professoren sowie viele Leser deiner wissenschaftlichen Arbeit erkennen Plagiate schnell. Zum einen durch ihre Erfahrung, den Wissensschatz und durch das Lesen unzähliger Studentenarbeiten. Zum anderen, weil es längst Computerprogramme gibt, die sofort erkennen, wo ein Ideenplagiat und andere Plagiate in deiner Arbeit stehen. Darüber hinaus nennen diese Programme auch den Urheber und die Originalquelle, sodass es von dir absolut zwecklos wäre, das Ideenplagiat zu leugnen.

Aber: Leider fehlt den Prüfern oft die Zeit, sich mit den wohl recht umständlichen Programmen näher zu beschäftigen.2 Doch das bedeutet nicht, dass kein Prüfer die Programme beherrscht oder ein Plagiat dauerhaft unerkannt bleibt. Ein derartiger Betrug wird früher oder später immer entdeckt. Je später, desto unangenehmer wird es für den Verfasser des Plagiats.

Vermeidung eines Ideenplagiats

Bevor du deine wissenschaftliche Arbeit beginnst, musst du die Rahmenbedingungen kennen. Dazu gehört unter anderem auch der anzuwendende Zitierstil. Dieser ist im gesamten deutschsprachigen Raum nicht einheitlich geregelt. Deshalb kann beispielsweise dein Fachbereich oder das Institut, für das du forschst, die anzuwendende Zitierweise vorgeben. Wenn du unsicher bist, welcher Zitierstil gewünscht wird oder was alles mit Quellenangaben als Zitat gekennzeichnet werden muss, dann erkundige dich direkt bei deinen Professoren. Wenn du die Regeln des Zitierens korrekt umsetzt, vermeidest du jedes Ideenplagiat.

Für jede wissenschaftliche Arbeit wird vorausgesetzt, dass der Verfasser die Ideen bzw. das Gedankengut anderer Menschen fairerweise als Zitate kennzeichnet. Das gebietet allein der Respekt vor anderen Menschen und deren Arbeit. Und dies gilt sowohl für direkte Zitate als auch für indirekte Zitate des Gedankenguts.3

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Relevanz eines Ideenplagiats

Jeder Student/Verfasser möchte mit seiner wissenschaftlichen Arbeit einen Abschluss und möglichst auch einen Titel erreichen. Dieser Titel soll der Grundstein für einen Beruf sein und für einen möglichst hochrangigen, gut bezahlten Job.

Dieses Ziel mit der Arbeit eines anderen Wissenschaftlers, der seinen Titel bereits erfolgreich hat, erreichen zu wollen, ist logischerweise gleichzusetzen mit einer bestimmten Form von Täuschung und Betrug. In diesem Fall heißt die Täuschung Ideenplagiat und das ist nicht nur in Deutschland ein rechtlicher Verstoß.

Im Gegenteil, denn der Urheber einer Idee kann dich – egal aus welchem Land er stammt – für dein Ideenplagiat durchaus auch später noch verklagen. Wenn also deine Professoren das Ideenplagiat nicht entdecken, gibt es nicht nur hierzulande viele Menschen, die dies in Zukunft tun könnten. Im Ansehen der Gesellschaft wirst du auch tief fallen, da Plagiate verabscheut werden.4

Auch rein juristisch ist ein Ideenplagiat keine Kleinigkeit. Das Ideenplagiat gilt – wie alle anderen Arten von Plagiaten – als besonders schwere Täuschung.

Beispiel

Wenn ein Arzt seinen Doktortitel mit einem Ideenplagiat erworben hat und diesen Titel nach einigen Jahren aberkannt bekommt, kann dies zu zahlreichen Problemen führen. Denn es steht damit zur Diskussion, ob er jemals die Fähigkeiten besessen hat, um diesen Beruf auszuüben.

Zudem kommt es nicht auf die Wichtigkeit der Erkenntnisse aus dem Ideenplagiat für die gesamte Doktorarbeit an. Hier gilt immer die Täuschung selbst als das Delikt und als Grund für die Aberkennung des Titels.5

Häufig gestellte Fragen

Ein Ideenplagiat liegt vor, wenn eine Recherchequelle ganz oder in Teilen übernommen wird, ohne dies als Zitat im Text und im Quellenverzeichnis zu nennen.

Indem du dich strikt an die dir vorgegebene Zitierweise hältst und jede Quelle im Literatur-/Quellenverzeichnis nennst.

Im schlimmsten Fall wird deine Abschlussarbeit dann als ’nicht bestanden› gewertet, denn wie willst du beweisen, dass es keine Absicht war?

Der Verfasser des Originals kann dich unter Umständen verklagen. Zudem kann die Universität dir deinen Titel (bspw. Dr.) auch nach Jahrzehnten noch aberkennen.

Auch die übernommene Struktur eines fremden Textes kann als Plagiat gewertet werden. Doch das ist mit dem Strukturplagiat hier nicht gemeint. Das Strukturplagiat bezeichnet fremde Ideenquellen, die du in deiner Arbeit zum Beispiel einfach nur umformulierst oder in deinen Worten wiedergibst.

Quellenverzeichnis:

1 Universität Leipzig: Plagiate, in: Universität Leipzig Schreibportal, o.D., [online] https://home.uni-leipzig.de/schreibportal/plagiate/ (abgerufen am 31.10.2022)

2 Groesdonk, Lara: Plagiatserkennung, in: Uni Köln, o.D., [online] https://lehre.idh.uni-koeln.de/site/assets/files/1423/handout_referat_computerlinguistik_thema-_plagiatserkennung_groesdonk.pdf (abgerufen am 31.10.2022)

3 Justus-Liebig-Universität Gießen: Gutes Wissenschaftliches Arbeiten ohne Plagiat und Täuschung, in: Universität Giessen, Februar 2017,[online] https://www.uni-giessen.de/studium/lehre/plagiate/infoplagiate (abgerufen am 31.10.2022)

4 Weiss, Volkmar: Über die geistigen Mistkäfer der Wissenschaft- zum Struktur-und Ideenplagiat, in: Researchgate, 2021, [online]  https://www.researchgate.net/publication/348154683_Uber_die_geistigen_Mistkafer_der_Wissenschaft_Zum_Struktur-und_Ideenplagiat (abgerufen am 31.10.2022)

5 JuraForum.de-Redaktion: Wann kann ein Doktortitel aberkannt werden, in: JuraForum, 08.03.2021, [online]  https://www.juraforum.de/news/wann-kann-ein-doktortitel-aberkannt-werden_247356 (abgerufen am 31.10.2022)