
Plagiatsprüfungen arbeiten nicht mit einer einzelnen Datenbank, sondern gleichen Texte mit Tausenden bis Millionen externer Quellen ab. Grundsätzlich lassen sich die genutzten Quellen in drei große Kategorien einteilen: öffentliche Internetquellen, wissenschaftliche Datenbanken und bereits eingereichte Arbeiten.
Öffentliche Internetquellen
Plagiatssoftware nutzt automatisierte Web-Crawler, um öffentlich zugängliche Inhalte systematisch zu erfassen und zu indizieren. Obwohl es sich hierbei um große Datenmengen handelt, ist die Trefferquote sehr hoch, besonders bei Copy-Paste-Plagiaten. Dazu zählen unter anderem:
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Informations- & Wissenseiten: Allgemein zugängliche Webseiten zur Wissensvermittlung
Beispiele: Wikipedia, Online-Lexika und Retgeberseiten -
Journalistische Inhalte: Redaktionelle Beiträge mit Nachrichten- oder Magazincharakter
Beispiele: Online-Zeitungen, Fachmagazine und Newsportale -
Blogs & private Webseiten: Individuell erstellte Inhalte ohne formelle wissenschaftliche Prüfung
Beispiele: Informationsblogs, persönliche Webseiten und Webseiteninhalte -
Open-Access-Dokumente: Frei downloadbare wissenschaftliche PDFs
Beispiele: Forschungsberichte, Whitepaper und frei zugängliche Studien und Bücher
Wichtig: Inhalte, die hinter einem Login-Bereich oder privaten Nutzerprofil stehen, werden in der Regel nicht erfasst.
Wissenschaftliche Datenbanken & Publikationen
Bei Quellen aus wissenschaftlichen Datenbanken zeigt sich ein großer Unterschied zwischen kostenlosen vs. kostenpflichtigen Plagiatsprüfungen. Um auf diese Quellen zurückzugreifen, benötigt die Plagiatsprüfung zunächst Zugriff auf die Datenbank. Dieser Zugriff ist meist nur für kostenpflichtige Plagiatsprüfungen möglich.
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Wissenschaftliche Literatur: Digitale Fachbücher und Sammelwerke
Beispiele: Monografien, Sammelbände und Fachliteratur -
Artikel auf Fachzeitschriften: Artikel, die von Fachgutachtern geprüft wurden
Beispiele: Studienberichte, empirische Forschungsergebnisse und Forschungstheorien -
Forschungsberichte und Dissertationen: Publikationen aus Forschungseinrichtungen
Beispiele: Studienauswertungen, Projektergebnisse und Evaluationsberichte -
Konferenzpublikationen: Aktuelle Forschungsergebnisse von wissenschaftlichen Konferenzen
Beispiele: Konferenzberichte, Präsentationen und Videoaufzeichnungen
Wichtig: Ohne Zugriff auf die Datenbank kann die Plagiatsprüfung nicht auf die Quellen der Datenbank zugreifen. Professionelle, kostenpflichtige Plagiatsprüfungen können jedoch Zugriff auf geschützte Datenbanken haben und auch diese Quellen verwenden.
Interne Archive & bereits eingereichte Arbeiten
Interne Archive und bereits eingereichte Arbeiten sind vor allem für die Plagiatsprüfung der Hochschule oder Universität entscheidend. Während veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten entweder als Open Access oder in geschützten Datenbanken verfügbar sind, haben Institutionen auch Zugriff auf interne Archive mit nicht veröffentlichten Arbeiten.
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Abschlussarbeiten: Veröffentlichte und nicht veröffentlichte Abschlussarbeiten
Beispiele: Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen -
Seminar- und Hausarbeiten: Nicht veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten
Beispiele: Hausarbeiten, Seminararbeiten und Projektarbeiten -
Hochschulinterne Forschungsarbeiten: Unveröffentlichte Forschungen und Berichte
Beispiele: Projektberichte, Laborberichte und Forschungsergebnisse
Ein weiterer wichtiger Aspekt der internen Datenbanken sind frühere Einreichungen. Eigene wissenschaftliche Arbeiten oder von Kommilitonen eingereichte Arbeiten können in internen Datenbanken gespeichert und für spätere Plagiatsprüfungen als Quelle herangezogen werden. Ein großes Risiko besteht hierbei für Selbstplagiate, wobei du dich selbst plagiierst, indem du eine Arbeit oder Teile einer früher bereits eingereichten Arbeit ungekennzeichnet wiederverwendest.
Häufig gestellte Fragen
Plagiatsprüfungen vergleichen Texte mit öffentlichen Webseiten, Open-Access-Datenbanken und wissenschaftlichen Publikationen sowie, bei professionellen Systemen, mit geschützten Verlagsdatenbanken. Bei Plagiatsprüfungen von Hochschulen werden zudem die internen Archive als Quelle verwendet, um auf Plagiate von unveröffentlichten Arbeiten zu prüfen.
Der Text wird in einzelne Textbausteine zerlegt und algorithmisch mit vorhandenen Datenbankeinträgen verglichen. Übereinstimmungen werden als sogenannte „Matches“ markiert und prozentual ausgewertet. Mehr Informationen findest du in unserem Beitrag über die technische Funktionsweise einer Plagiatsprüfung.
Dies ist immer abhängig von der Plagiatsprüfung. Meist hat nur lizenzierte, professionelle Plagiatssoftware Zugriff auf kostenpflichtige Fachzeitschriften, Verlagsarchive und geschützte Datenbanken.
Das Ergebnis der Plagiatsprüfung ist stark abhängig von den verwendeten Quellen. Besonders bei geschützten Datenbanken (Paywall, Login usw.) ist entscheidend, ob die Plagiatsprüfung Zugriff auf die Quellen hat und somit Plagiate erkennen kann.