Burnout im Studium – Schon vor der Karriere ausgebrannt

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Burnout im Studium

Zu einem Burnout im Studium kann es, genau wie im Arbeitsleben, auf unterschiedliche Arten kommen. Allen Fällen gemeinsam ist, dass der innere Zusammenbruch aufgrund von großem Stress aufgrund zu hoher Belastung erfolgt.

Häufig gestellte Fragen

Beim Burnout kommt es zunächst meist zu einer emotionalen Erschöpfung aufgrund großer Anstrengung. Das Denken geht dann in der Regel auf Distanz sowohl zur Materie der Arbeit als auch zu den beteiligten Personen. Die daraus resultierende Gleichgültigkeit führt meist zu Misserfolgen, die das Problem vertiefen.

Die Zeitpläne der meisten Studiengänge wurden in den letzten Jahren stark gestrafft. Der höhere zeitliche Druck geht häufig zulasten der Freizeit. Ohne die notwendigen Auszeiten staut sich im Innern häufig Frust an, der effektives Lernen verhindert. Hierauf wird teilweise mit weiter verstärktem Lernen reagiert, was den Frust weiter steigert.

Ja, da es zu Depressionen auch ohne äußeren Stress kommen kann. Andererseits sind die Symptome oft ähnlich und es gibt auch den Unterfall der Erschöpfungsdepression.

Burnout gilt nicht als psychische Erkrankung. Entsprechend erfolgt in der Regel keine psychiatrische Behandlung. Bei schweren Verläufen macht jedoch eine psychologische Therapie Sinn.

Damit es zu keinem Burnout im Studium kommt ist vor allem eines wichtig: ein gutes Zeitmanagement mit ausreichenden Auszeiten. Hier wird dir erklärt, wie du einen Lernplan erstellen kannst.

Definition: Burnout

Beim Burnout handelt es sich um eine persönliche Krise, die in den meisten Fällen auf ein zu hohes Maß an Stress zurückzuführen ist. Die Ursachen für diesen Stress liegen meist in einer Überforderung mentaler wie auch physischer Art. Dies führt zu einem Erschöpfungszustand, der die Fortführung der eigenen Arbeit mit der gleichen Intensität unmöglich macht. Ein Burnout im Studium kommt daher vermehrt in intensiven Prüfungsphasen vor.

Symptome von Burnout im Studium erkennen

Ein Burnout im Studium wirft die eigene Ausbildung stark zurück, da es immer einige Zeit braucht, bis die Folgen eines solchen Burnouts überwunden sind. Es ist deshalb wichtig, sich mit den Anzeichen zu beschäftigen, die auf einen bevorstehenden Burnout im Studium hindeuten, um diesem aktiv entgegenzuwirken. Folgende Symptome folgen bei einem Burnout im Studium häufig aufeinander:

1. Innerer Drang, sich im Studium beweisen zu müssen
2. Dieser Drang führt zu einem immer stärker überhöhten Leistungsstreben.
3. Es entsteht ein Gefühl der Überarbeitung. In der Folge werden soziale Kontakte eingeschränkt.
4. Im nächsten Schritt kommt es zu einem Übergehen bzw. Überspielen der eigenen Probleme und Konflikte.
5. Dies führt zu Zweifeln am eigenen Wertesystem. Freunde und Hobbys kommen auf den inneren Prüfstand.
6. Anschließend kommt es meist zur Leugnung von Problemen. Parallel dazu sinkt Toleranzgrenze.
7. In der folgenden Phase führt der Burnout im Studium zu einem Rückzug. Soziale Kontakte werden minimiert.
8. Im achten Stadium kommt es zu Verhaltensänderungen. Ein Gefühl von Wertlosigkeit und die Ängstlichkeit nehmen zu.
9. Dem mangelnden Kontakt zu anderen folgt dann meist der Kontaktverlust zu sich selbst. Das Leben verläuft mechanisch.
10. Der zehnte Schritt ist dann häufig durch Überkompensation der inneren Leere geprägt. Hier spielen neben Essen und Sexualität auch Drogen eine Rolle.
11. Meist folgen diesen Perioden depressive Phasen der Gleichgültigkeit und Perspektivlosigkeit.
12. Erste Gedanken an einen Suizid setzen ein.

Selbstverständlich muss ein Burnout im Studium nicht zwangsläufig diesem Muster folgen und einzelne Phasen können in unterschiedlicher Reihenfolge auftreten. Die von den Wissenschaftlern Herbert Freudenberger und Gail North herausgearbeiteten zwölf Phasen eines Burnouts lassen sich jedoch direkt auf die Situation bei einem Burnout im Studium übertragen.

Wichtig ist vor allem, die Symptome der ersten drei Phasen möglichst frühzeitig zu erkennen. Natürlich gibt es in Zeiten von Bachelor- und Master-Studiengängen immer klarere zeitliche Vorgaben, wann welche Abschnitte eines Studiums abgearbeitet sein sollen. Wenn das Studium jedoch auch die Wochenenden vollständig in Beschlag nimmt, führt dies meist zu keinem größeren Lerneffekt, weil das Hirn keine Ruhe mehr findet, um die aufgenommenen Informationen auch wirklich zu verarbeiten. Wenn du die eben beschriebenen Symptome bei dir feststellst ist daher wichtig, dass du einen Gang zurückschaltest.

Hier findest du Tipps zur erfolgreichen Prüfungsvorbereitung!

Burnout im Studium Erste Schritte

Erste Schritte bei Burnout-Symptomen

Der erste Schritt bei einem drohenden Burnout im Studium ist deshalb, ehrlich zu sich selber zu sein. Wenn sich bestimmte Studienabschnitte trotz hohen Aufwands nicht bewältigen lassen hilft es in der Regel nicht, noch größere Anstrengungen zu unternehmen. Dies macht höchstens in zeitlich eng bemessenen Phasen unmittelbar vor und für die Dauer von Prüfungen Sinn. Während eines regulären Semesters führt ein Abschotten gegenüber der Außenwelt jedoch schon aus sich selbst heraus zu einem noch höheren Maß an Frust. Dem Burnout im Studium lässt sich daher am effektivsten dadurch entgegenwirken. dass du dir bewusst Auszeiten nimmst.

Dies ist natürlich einfacher gesagt als getan, weil der erhöhte Aufwand ja dadurch resultiert, dass du während des Studiums einen entsprechenden Bedarf feststellst. Da deinen Kommiliton*innen deine Leistungen im Studium mindestens ansatzweise bekannt sein dürften, hast du vielleicht ein schlechtes Gewissen, mit ihnen abends auszugehen, weil du Fragen fürchtest. Sollten deine Eltern dein Studium finanzieren oder mitfinanzieren, besteht vermutlich auch in dieser Richtung ein schlechtes Gewissen. Da die schlechten Ergebnisse jedoch nicht aus Faulheit resultieren, hilft es nichts, das Arbeitspensum noch weiter zu erhöhen. Dies ist sogar kontraproduktiv und bringt dich dem Burnout im Studium einen Schritt näher.

Unabhängig davon, um welche geistige Arbeit es sich handelt, braucht das menschliche Hirn immer Auszeiten. Ohne diese ist ein Burnout im Studium oder auch später im Berufsleben nur eine Frage der Zeit. Neben der aktiven Beschäftigung mit einer Materie braucht das Denken immer auch Phasen der Ablenkung. Noch besser sind Phasen ohne jede aktive Beschäftigung, weil das Hirn nur dann die Gelegenheit erhält, aufgenommene Informationen gründlich zu verarbeiten und langfristig abrufbar zu machen.

Lösungen fortgeschrittener Burnout im Studium

Die eben beschriebenen Möglichkeiten betreffen Burnout im Studium in einer frühen Phase. Schwieriger wird es, wenn der Burnout im Studium bei dir bereits weiter fortgeschritten ist. Die dann bereits vorherrschende innere Leere verhindert dann meist den Griff zum Telefon, um sich bei anderen Menschen zu melden.

Das ist jetzt wichtig:

  • Friss deine Probleme nicht in dich hinein
  • Ehrlichkeit
  • Öffne dich deinen Mitmenschen
  • Sprich über deine Probleme

An diesem Punkt hilft es jedoch meist nichts mehr, nur ehrlich gegenüber sich selber zu sein. Die Situation verlangt dann auch nach Ehrlichkeit gegenüber anderen. Das in den vorangegangenen Monaten eingeübte Überspielen der Probleme muss an diesem Punkt aufhören.

Vielmehr geht es darum, sich der Familie oder auch guten Freunden gegenüber zu öffnen. Diese haben das Zurückziehen der letzten Zeit möglicherweise auf sich selber bezogen. Daher hilft es nur, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Diese Ehrlichkeit wird so gut wie immer auf Verständnis treffen, weil jeder Mensch schlechte Phasen kennt, auch wenn ein Burnout im Studium am Ende natürlich etwas deutlich Ernsteres ist als eine schlechte Phase.

Zusammenfassung

Ein Burnout im Studium ist ein Problem, dass du frühzeitig erkennen und angehen musst. Probleme auszublenden führt fast zwangsläufig in die jeweils nächste Phase eines solchen Burnouts. Wenn du die beschriebenen Symptome bei dir feststellst ist deshalb wichtig, dass du aktiv wirst. In einem frühen Stadium kann es genügen, dein Zeitmanagement neu zu justieren und dir wieder mehr persönliche Freiräume für dich und den Kontakt mit anderen zu schaffen. Ist der Burnout im Studium jedoch weiter fortgeschritten ist wichtig, dass du dir Hilfe holst.