
Plagiate sind in der akademischen Welt ein Schreckgespenst. Viele sind schon darĂŒber gestolpert und das teilweise erst Jahre nach dem Erlangen ihres akademischen Titels. Urheberrechtsverletzung und Betrug entsprechen nicht ethischer wissenschaftlicher Praxis und sind StraftatbestĂ€nde, die auch dementsprechend geahndet werden können. Damit dir so etwas nicht passiert, haben wir dir im folgenden Beitrag alles zum Thema Plagiat zusammengestellt und zeigen dir, wie du sie vermeidest.
Definition:Â Plagiat
Als Plagiat bezeichnet man geistigen Diebstahl, das heiĂt die Ăbernahme fremder Gedanken in den eigenen Text, ohne sie als solche zu kennzeichnen. Man schmĂŒckt sich sozusagen mit fremden Federn, was dem Ehrenkodex der Wissenschaft widerspricht, denn richtiges Zitieren gehört zu den wichtigsten Merkmalen wissenschaftlichen Arbeitens. Der Urheber muss aber immer genannt werden.
Das Plagiat kann verschiedene Formen annehmen, nicht nur direktes Abschreiben ist ein Plagiat, sondern auch eine nicht gekennzeichnete Ăbersetzung oder die Ăbernahme einer fremden Idee ohne Literaturangabe. Beide FĂ€lle werden als wissenschaftliches Fehlverhalten kategorisiert.
Um Plagiate zu vermeiden, greifen viele Studierende auf eine PlagiatsprĂŒfung zurĂŒck. Eine PlagiatsprĂŒfung kann nicht alle Arten eines Plagiats erkennen, bietet aber dennoch eine zuverlĂ€ssige Kontrollinstanz zum richtigen Zitieren.
Weitere Plagiats-Definitionen
Ludwig-Maximilian-UniversitÀt (LMU)
âVon Plagiat spricht man, wenn Ideen und Worte anderer als eigene ausgegeben werden. Dabei spielt es keine Rolle, aus welcher Quelle (Buch, Zeitschrift, Zeitung, Internet usw.) die fremden Ideen und Worte stammen, ebenso wenig, ob es sich um gröĂere oder kleinere Ăbernahmen handelt oder ob die Entlehnungen wörtlich oder ĂŒbersetzt oder sinngemÀà sind.â
UniversitĂ€t ZĂŒrich (ETH ZĂŒrich)
âUnter einem Plagiat versteht man die ganze oder teilweise Ăbernahme eines fremden Werks ohne Angabe der Quelle und des Urhebers bzw. der Urheberin.â
Formen
Hier findest du einen Ăberblick zu den hĂ€ufigsten Arten des Plagiats:
Formen von Plagiaten
Definition
Textplagiat
Wörtliche Ăbernahme von Textpassagen ohne Quellenangabe.
Ideenplagiat
Paraphrasierung eines Gedankens/einer Idee. Der ursprĂŒnglich fremde
Gedanke wird durch eigenen Satzbau als Eigenleistung ausgegeben.
Die Grundidee wird dabei unverĂ€ndert ĂŒbernommen.
Strukturplagiat
Tritt auf, wenn jemand die organisatorische Gliederung oder das Layout
eines schriftlichen Werks kopiert oder nachahmt, ohne den tatsÀchlichen
Inhalt zu ĂŒbernehmen.
Ăbersetzungsplagiat
Wenn ein Text aus einer Fremdsprache in die Zielsprache ĂŒbersetzt wird,
ohne die Quelle ordnungsgemÀà zu zitieren oder die Arbeit kenntlich als
Ăbersetzung auszuweisen.
Selbstplagiat
Tritt auf, wenn ein Autor zuvor veröffentlichte Teile seines eigenen Werks
erneut in einer neuen Veröffentlichung ohne ausreichende Kennzeichnung
oder ErlÀuterung wiederverwendet.
Copy-Paste-Plagiat
Text oder Inhalte aus einer fremden Quelle werden einfach kopiert und in
die eigene Arbeit eingefĂŒgt, ohne angemessene Zitate oder Verweise auf
die Quelle hinzuzufĂŒgen.
AuĂerdem:
- Ăbernahme von Metaphern, Idiomen, Sprachschöpfungen ohne Quellenangabe
- Ăbersetzungen aus fremdsprachlichen Werken ohne Quellenangabe
Konsequenzen
Die Konsequenzen eines Plagiats sind schwerwiegend und können auch auĂerhalb des akademischen Umfelds vollzogen werden, wenn es zu einer strafrechtlichen Strafe kommt:
-
Bewertung mit der schlechtesten Note
âUngenĂŒgendâ bzw. ânicht bestandenâ und Annullierung der PrĂŒfungsleistung. -
PrĂŒfung kann nicht wiederholt werden
Der Betroffene wird exmatrikuliert, aufgrund des Fehlens der PrĂŒfungsleistung. -
Aberkennung des akdemischen Titels
Auch Jahre spÀter kann der erlangte Titel aberkannt werden und ein Studienverbor ausgesprochen werden. -
Betrug und Urheberrechtsverletzung sind StraftatbestÀnde
Nach Urheberrechtsgesetz § 106 und Strafgesetzbuch § 263 droht sogar eine Freiheitsstrafe.
Plagiate vermeiden
Zitieren selbst ist nicht verboten, solange man sich an die Regeln hĂ€lt, das Urheberrechtsgesetz erlaubt Zitieren fĂŒr wissenschaftliche Zwecke, siehe §§ 51 und 63! Wozu also betrĂŒgen und die Konsequenzen tragen, wenn man einfach nur ordnungsgemÀà zitieren und so fremde Gedanken ganz problemlos integrieren kann?
Doch wie lÀsst sich nun ein Plagiat vermeiden? ZunÀchst muss man genau wissen, ab wann man von einem Plagiat spricht bzw. wo die Grauzone beginnt. Plagiat-Tester können dabei helfen. Die folgenden Beispiele sollen zusÀtzlich aufzeigen, wo die Grenze von gekennzeichnetem Zitat und Plagiat erreicht ist.
Wenn du mehr dazu wissen möchtest, sehe dir unseren Beitrag ĂŒber das Vermeiden von Plagiaten an:
Beispiele von Plagiaten und korrektem wissenschaftlichem Arbeiten
Originaltext

Beispiel 1
Wörtliches Zitat, vollstÀndig gekennzeichnete Quelle angegeben.
SinngemĂ€Ăes Zitat, aber nicht paraphrasiert; bzw. wörtliches Zitat, aber nicht korrekt gekennzeichnet.
Hinweis: Diese Verwendungsweise ist nicht korrekt, obwohl die Quelle angegeben wurde.
Beispiel 2
SinngemÀà zitiert, korrekt paraphrasiert, durch Konjunktiv I (âverleiteâ) und âvgl.â verdeutlicht, Quelle angegeben.
Hinweis:Â Fachtermini wie âFaktenâ oder âPlagiat/plagiierenâ oder Namen wie âWikipediaâ werden beim Paraphrasieren nicht ersetzt.
Verschleiertes Plagiat, nicht als Zitat gekennzeichnet, Quelle nicht angegeben.
Beispiel 3
Halb sinngemĂ€Ă, halb wörtliches Zitat, korrekt gekennzeichnet, Quelle angegeben, in den Satz integriert.
Ăbersetzungsplagiat, nicht als Zitat erkennbar, Quelle nicht angegeben,
Beispiel 4
SinngemĂ€Ăes Zitat, Quelle als Beispiel fĂŒr eine bestimmte EinschĂ€tzung/Denkrichtung angegeben.
Hinweis: Hier wĂ€re eine zweite Quellenangabe wĂŒnschenswert, um zu zeigen, dass es sich nicht nur um eine Einzelmeinung handelt.
Totalplagiat, eins zu ein ĂŒbernommen, ohne Kennzeichnung als Zitat, ohne Quellenangabe.
Beispiel 1
ErlÀuterungen
Ăbersetzung des Originals durch den Autor, weiterhin direktes Zitat: Korrekt!
ABER: Es muss angegeben werden, dass es eine Ăbersetzung ist und wer ĂŒbersetzt hat!
Beispiel 2
ErlÀuterungen
Hier wird schon die Grauzone zum Plagiat erreicht: Nur der Beispielsatz wird als direktes Zitat gekennzeichnet, weiterhin wird paraphrasiert ohne Quellenangabe: Selbst wenn sie identisch ist, muss sie bei der Paraphrase angegeben werden.
Beispiel 3
ErlÀuterungen
Dies geht noch einen Schritt weiter als Zitierform 2: Die Ăbersetzung aus dem Original ist korrekt zitiert, aber bei der Paraphrase wird keine Quelle angegeben, nicht einmal ein Name wird genannt. Es ist unklar, ob es sich um fremde Gedanken oder eine eigene Interpretation handelt (und hier ist es fremdes Gedankengut)!
Beispiel 4
ErlÀuterungen
Der Beispielsatz ist schon nicht als Zitat gekennzeichnet, da die Quellenangabe fehlt; auch die Paraphrase ist nicht richtig zitiert, da die Seitenangabe fehlt.
Beispiel 5
ErlÀuterungen
Totalplagiat:Â keine Quellenangabe nach dem direkten Zitat und auch die Paraphrase ist nicht gekennzeichnet.
Mehr Infos zum richtigen Zitieren findest du in unserem Blog. Wir haben BeitrĂ€ge zu allen Arten von Zitierformen in wissenschaftlichen Arbeiten inklusive Beispielen fĂŒr die richtige Anwendung.
Video zum Thema «Plagiat»
Unsere Doktorandin Bianca erklÀrt dir in nur 5 Minuten was ein Plagiat ist und wie du es in deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit vermeidest.
Fazit
- Die Ăbernahme fremder Gedanken und Ideen, ohne diese zu kennzeichnen, bezeichnet man als Plagiat; man schmĂŒckt sich sozusagen mit fremden Federn.
- Es gibt verschiedene Arten des Plagiierens: Textplagiat, Ideenplagiat, Ăbersetzung aus fremdsprachlichen Werken, Ăbernahme von Metaphern/Idiomen und Zitatsplagiat.
- Um Plagiate zu finden, gibt es spezielle Software, welche den eingereichten Text mit sÀmtlichen Texten im World Wide Web abgleicht.
- Plagiieren hat schwerwiegende Konsequenzen: Titel können aberkannt werden, die PrĂŒfung nicht wiederholt, aber mit der schlechtesten Note bewertet werden UND, da es als Betrug zĂ€hlt, liegt hier sogar ein Straftatbestand vor.
- Zitieren ist keineswegs verboten, solange man sich an die Regeln hĂ€lt und weiĂ, ab wann die Grauzone beginnt, dann lassen sich Plagiate ganz einfach vermeiden.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Unter dem Begriff Plagiat versteht man, die Ăbernahme von fremden geistigen Eigentums ohne es zu kennzeichnen. Achte deshalb genau darauf, dass du richtig zitierst. Denn ein Plagiat fĂŒhrt dazu, dass du deine wissenschaftliche Arbeit nicht bestehst.
Als Plagiat gilt alles, was du aus einem anderen Text ĂŒbernommen hast ohne es zu kennzeichnen. Dementsprechend wichtig ist es, dass du bei deiner wissenschaftlichen Arbeit eine exakte Literaturrecherche betreibst. Ansonsten wirst du deine wissenschaftliche Arbeit auf Grund eines Plagiats nicht bestehen.
Erfahrene Dozenten sind geĂŒbt darin Plagiate zu erkennen, da diese bekannte SekundĂ€rliteratur ihres Fachbereiches sehr gut kennen. Mittlerweile nutzen UniversitĂ€ten zusĂ€tzlich immer hĂ€ufiger PlagiatsprĂŒfungen um ein Plagiat zu erkennen. Dabei werden SchriftstĂŒcke mit Datenbanken aus dem Internet abgeglichen um Ăhnlichkeiten oder Unstimmigkeiten zu erkennen.
Nein, denn selbst wenn du dich am Aufbau einer anderen wissenschaftlichen Arbeit orientierst, gilt das als Plagiat. Du musst deshalb darauf achten, dass sich nicht nur der Inhalt, sondern auch deine Gliederung von themenverwandten Arbeiten unterscheidet.
TIPP: Gehe auf Nummer sicher und nutze die kostenlose PlagiatsprĂŒfung, damit du ein Plagiat vermeidest.
Paraphrasieren bedeutet fremde Ideen in deinen eigenen Worten wiederzugeben. Dementsprechend handelt es sich nicht um ein Plagiat, wenn du paraphrasierst. Allerdings ist es dabei wichtig, dass du diese Textstellen kennzeichnest. Achte darauf, dass du dich an die Zitierregeln hĂ€ltst damit du keine Probleme mit PlagiatsvorwĂŒrfen bekommst.

