Mixed Methods – richtige Anwendung der Designs

Lesedauer: 5 Minuten
So hilfreich ist dieser Beitrag 0
Bewertung abgeben 0 Kundenbewertungen
Mixed Methods-Definition

Unter Mixed Methods versteht man im wissenschaftlichen Kontext die Verbindung quantitativer und qualitativer Forschungsansätze. Diese Forschungsmethoden dienen dazu, deine Forschungsfrage zu beantworten. Es geht darum, die Gütekriterien der quantitativen Forschung und die Gütekriterien der qualitativen Forschung einzuhalten. Um eine Forschung mithilfe von Mixed Methods durchzuführen, stehen dir vier verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Triangulationsdesign, eingebettetes Design, explanatives Design und exploratives Design.

Mixed Methods «einfach erklärt»

Der Mixed Methods Ansatz beinhaltet qualitative und quantitative Forschungsmethoden. Dadurch kann man die Forschungsfrage vielseitiger betrachten und beantworten. Es muss aber darauf geachtet werden, dass die qualitativen und quantitativen Gütekriterien eingehalten werden.

Definition: Mixed Methods

Als Mixed Methods bezeichnet man einen Forschungsansatz, der sowohl quantitative als auch qualitative Methoden beinhaltet. Diese Art der Forschung hat den Vorteil, dass man die Forschungsfrage aus verschiedenen Perspektiven betrachten und beantworten kann. Wenn du mit Mixed Methods arbeitest, musst du die Gütekriterien der quantitativen und qualitativen Forschung einhalten.

Die klassischen Gütekriterien, die dir aus dem Bereich der quantitativen Forschung geläufig sein dürften, sind Objektivität, Reliabilität und Validität. Nun kommen die Gütekriterien der qualitativen Forschung hinzu, die sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Da sich die Ergebnisse der qualitativen Forschung nicht in demselben Maße standardisieren lassen wie diejenigen der quantitativen Forschung, kommen auch gänzlich andere Gütekriterien ins Spiel. In der qualitativen Forschung spricht man von den Gütekriterien Transparenz, Intersubjektivität und Reichweite.

Die Transparenz setzt voraus, dass alle Arbeitsschritte nachvollziehbar dokumentiert werden. Auch außenstehende Personen müssen in der Lage sein, die Studie zu verstehen. Bei der Intersubjektivität geht es darum, die Forschungsergebnisse einer Forschungsgemeinde zugänglich zu machen. Die Reichweite ist erfüllt, wenn das Experiment bei erneuter Durchführung ähnliche Ergebnisse liefert.

Wenn du mit Mixed Methods arbeitest, hast du einen besonders weiten Blickwinkel auf ein Thema. Allerdings musst du darauf achten, bei deiner Forschung sowohl die Gütekriterien der quantitativen als auch diejenigen der qualitativen Forschung einzuhalten.

Man unterscheidet zwischen vier verschiedenen Mixed-Methods-Designs:

  • Triangulationsdesign
  • Eingebettetes Design
  • Explanatives Design
  • Exploratives Design

Mixed Methods vs. Triangulation

Die Triangulationsmethode ist ein Bestandteil der Mixed Methods. Die beiden Begriffe werden häufig als Synonyme verwendet. Bei der Triangulation kommen quantitative ebenso wie qualitative Methoden der Datenerhebung zum Einsatz, die für Mixed Methods im Allgemeinen kennzeichnend sind.

Es lässt sich behaupten, dass Mixed-Methods-Designs einen Spezialfall der allgemeinen Triangulation darstellen. Allerdings kann auch die Triangulation als ein Spezialfall der Mixed-Methods-Designs betrachtet werden.

Generell liegt der Unterschied darin, dass bei der Triangulation zusätzlich verschiedene Daten und Forscher in das Forschungsdesign eingebunden werden.

Mixed Methods: Triangulationsdesign

Im Rahmen der Mixed Methods wird das Triangulationsdesign am häufigsten eingesetzt. Es gibt vier verschiedene Arten der Triangulation:

  • Datentriangulation
  • Methodentriangulation
  • Investigatortriangulation
  • Theorientriangulation

Das Ziel der Triangulation liegt darin, eine Forschungsfrage aus möglichst vielen Blickwinkeln zu betrachten. Bei der Datentriangulation werden mehrere Datenquellen hinzugezogen, bei der Methodentriangulation kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Die Investigatortriangulation setzt voraus, dass sich mehrere Forscher gleichzeitig der Forschungsfrage widmen. Zu guter Letzt werden bei der Theorientriangulation verschiedene Theorien zu einer bestimmten Forschungsfrage betrachtet.¹

Ein Beispiel für das Triangulationsdesign lässt sich anhand einer Umfrage darstellen. So werden die Teilnehmer gefragt, wie oft sie Sport treiben.

Der quantitative Ansatz geht auf die Häufigkeit ein. Teilnehmer können angeben, ob sie täglich, wöchentlich, monatlich oder nie Sport treiben.

Beim qualitativen Ansatz fragst du die Teilnehmer, wie oft sie Sport treiben und welche Sportart sie dabei ausüben. Du bittest sie, zu erklären, was ihnen an der von ihnen gewählten Sportart gefällt.

Mixed Methods: Eingebettetes Design

Das eingebettete Design kombiniert zwei Methoden, wobei eine dieser Methoden als Hauptmethode fungiert. Um die Forschungsfrage zu beantworten, verwendest du die qualitative ebenso wie die quantitative Methode und legst dabei fest, welche Methode dominieren soll. Das Endergebnis besteht demnach aus einem quantitativen Forschungsdesign mit quantitativen Daten, das auch qualitative Daten heranzieht – oder umgekehrt.

Ein Beispiel für ein eingebettetes Design ist eine quantitative Umfrage, deren Ergebnisse du statistisch auswertest. Dabei beinhaltet deine Umfrage auch qualitative Fragen, die du interpretativ auswertest.

Mixed Methods: Exploratives Design

Beim explorativen Design untersuchst du zuerst qualitativ und anschließend quantitativ. Hier geht es nicht um standardisierte Forschungsmethoden, sondern darum, unbekannte Forschungsgebiete zu erschließen. Die durch deine qualitative Forschung erhaltenen Ergebnisse wertest du quantitativ aus.

Ein Beispiel für exploratives Design ist ein qualitatives Experteninterview, auf dessen Grundlage du einen Fragebogen entwickelst. Diese Umfrage ist quantitativ und fordert die Teilnehmenden dazu auf, die vom Experten geäußerte Meinung anhand einer bestimmten Skala einzuordnen. Auf diese Weise stellst du fest, wie die Öffentlichkeit zur Meinung des befragten Experten steht.

Mixed Methods: Explanatives Design

Das explanative Design ist der Gegenpol zum explorativen Design. Hier wird zuerst eine quantitative Forschung durchgeführt, deren Ergebnisse qualitativ ausgewertet werden. Beim explanativen Design steht fest, welche Informationen ermittelt werden sollen. Die erhobenen Daten werden statistisch ausgewertet und anschließend mithilfe einer qualitativen Forschungsmethode unter einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Du kannst eine Umfrage durchführen, die du statistisch auswertest. Anschließend interpretierst du offengebliebene Fragen qualitativ. In der Marktforschung kommt das explanative Design zum Einsatz, um erste Erkenntnisse einzuordnen, die im Rahmen eines explorativen Designs ermittelt wurden.

Häufig gestellte Fragen

Als Mixed Methods wird eine Verbindung qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden bezeichnet. Dabei können diese auf unterschiedliche Arten kombiniert werden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.

Zu den Mixed-Methods-Designs zählen das Triangulationsdesign ebenso wie das eingebettete, explanative und explorative Design. Obwohl diese Verfahren gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, werden sie dennoch zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt.

Die verschiedenen Forschungsperspektiven der Triangulation dienen dazu, ein tieferes und vielschichtigeres Ergebnis zu erreichen. Eine Forschungsfrage wird anhand mehrerer Methoden nachgegangen.

Während bei Mixed Methods die quantitative und qualitative Forschung miteinander verbunden werden, arbeitet man bei der Triangulation auch mit verschiedenen Daten bzw. mit verschiedenen Forschern.

Der Vorteil liegt darin, dass sich die Forschungsfrage unter verschiedenen Aspekten beleuchten lässt. Je nach Situation kommen verschiedene Forschungsmethoden zum Einsatz, die miteinander kombiniert werden.

Quellen

1 Universität Leipzig: Triangulation, in: Universität Leipzig Methodenportal, o.D., [online] https://home.uni-leipzig.de/methodenportal/triangulation/ (25.08.2022)