Literatur-Typen – Die drei Typen auf einen Blick

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Literatur-Typen-Definition

Die Auswahl der richtigen Quellen spielt bei wissenschaftlichen Arbeiten eine entscheidende Rolle. Entscheidend dabei sind unter anderem die Glaubwürdigkeit, die Aktualität, der Autor/Verfasser und auch der Typ der Quelle. Auch bei Literaturquellen gibt es unterschiedliche Typen, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Welche Literatur-Typen es gibt, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

Literatur-Typen «einfach erklärt»

Literatur-Typen unterscheiden die Quelle, anhand formaler Kriterien, wie beispielsweise der Nähe der Quelle zum beschriebenen Ereignis. Literatur-Typen bezeichnen keine unterschiedlichen Arten von Literatur wie Bücher und Internetseiten.

Definition: Literatur-Typen

Literatur-Typen werden anhand formaler Kriterien der jeweiligen Quelle unterschieden.  Generell unterscheidet man drei unterschiedliche Literaturtypen:

  • Primärliteratur
    • Primärliteratur bietet Informationen aus erster Hand über das behandelnde Themengebiet.
  • Sekundärliteratur
    • Sekundärliteratur bezieht sich auf die Primärliteratur und beschreibt, interpretiert und analysiert die Informationen, die in der Primärliteratur gegeben werden.
  • Graue Literatur
    • Graue Literatur beschreibt Quellen, die nicht kommerziell von einem Verlag veröffentlicht wurden.

Für wissenschaftliche Arbeiten ist die Primärliteratur der geeignetste Literatur-Typ, da diese im Regelfall alle Anforderungen einer zitierbaren Quelle erfüllt. Sekundärliteratur kann in Ausnahmefällen auch zitiert werden, allerdings nur, wenn der Zugriff auf die Primärliteratur nicht möglich ist. Auch graue Literatur kann in wissenschaftlichen Arbeiten zitiert werden, sofern die Quelle zuvor auf ihre Glaubwürdigkeit und Seriosität geprüft wurde.

Beispiel:
Die Tagebucheinträge (=Primärliteratur) einer Studentin aus dem Jahr 1990 wurden von einem Autoren verwendet, um einen Vergleich zwischen dem Studium damals und heute in seinem 2022 veröffentlichten Buch (=Sekundärliteratur) durchzuführen.

Du lernst einen Forscher kennen, der in dem Gebiet tätig ist, in dem du aktuell deine Masterarbeit schreibst. Die Ergebnisse seiner aktuellen Forschungen möchte er in einigen Monaten in einer Fachzeitschrift (=Primärliteratur) veröffentlichen. Dieses Veröffentlichungsdatum ist zu spät, um die Ergebnisse in deiner Masterarbeit noch verwenden zu können. Daher erlaubt er dir, dass du seinen Artikel, in dem die Forschungsergebnisse veröffentlicht werden, bereits vor der Veröffentlichung (=Graue Literatur) einsehen darfst.

Dabei können Primärliteratur und Sekundärliteratur auch als Primärquellen und Sekundärquellen bezeichnet werden. In den meisten Fachbereichen gelten die Begriffe als Synonyme, allerdings muss bei den Geschichtswissenschaften zwischen den Begriffen unterschieden werden, da sich im Bereich der Geschichtswissenschaften die Bedeutungen unterscheiden.

Literatur-Typen im Überblick

Primärliteratur

Primärliteratur ist die originale Literatur und ist somit der erforderte Literatur-Typ für wissenschaftliche Arbeiten. Primärliteratur wird charakterisiert durch die Nähe zum beschriebenen Thema. Diese Nähe entsteht durch den direkten Bezug des Verfassers zu dem Beschriebenen und den originalen Informationen, die unverändert durch Dritte widergegeben werden. Daher gelten Primärquellen als authentisch und glaubwürdig, da die Informationen von keinen Dritten verändert wurden. Beispiele für Primärliteratur sind:

  • Briefe
  • Tagebucheinträge
  • Interviewtranskripte
  • Filmaufnahmen
  • Zeitungsartikel

Für wissenschaftliche Arbeiten ist der Literatur-Typ der Primärliteratur essenziell.

Sekundärliteratur

Sekundärliteratur beschäftigt sich mit den Informationen aus der Primärliteratur. Sekundärliteratur beschreibt, untersucht, interpretiert und analysiert die Primärliteratur. Da die Sekundärliteratur die Informationen der Primärliteratur nur widergibt, ist dieser Literatur-Typ als Quelle nur in Ausnahmen gestattet. Beispiele für die Sekundärliteratur sind:

  • Biographien
  • Analysen von Texten
  • Sachbücher
  • Bewertungen von Kunstwerken/Büchern/Filmen

Für wissenschaftliche Arbeiten ist der Literatur-Typ der Sekundärliteratur nur dann geeignet, wenn der Zugriff auf die Primärliteratur nicht möglich ist.

Graue Literatur

Graue Literatur unterscheidet sich von den bereits vorgestellten Literatur-Typen, denn graue Literatur hat keinen direkten Zusammenhang mit Primär- und Sekundärliteratur. Graue Literatur beschreibt Quellen, die nicht (kommerziell) von einem Verlag veröffentlicht wurden. Dies bedeutet nicht, dass dieser Literatur-Typ automatisch unseriös ist und somit nicht in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet werden kann, sondern es bedeutet, dass man graue Literatur auf Seriosität und Glaubwürdigkeit prüfen muss. Beispiele für graue Literatur sind:

  • Interne Dokumente
  • Mitschriften aus Vorlesungen
  • Unveröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten
  • Vorveröffentlichungen

Für wissenschaftliche Arbeiten ist der Literatur-Typ der grauen Literatur geeignet, wenn alle wissenschaftlichen Anforderungen an die Quelle erfüllt sind.

Primärliteratur vs. Sekundärliteratur

Primärliteratur Sekundärliteratur
Nähe zum Beschriebenen Meist von Beteiligten verfasst (z.B.: Zeugen oder Forschern) Keine Nähe zum Beschriebenen notwendig
Thema Neues, eigenes Thema (z.B.: Informationen, Ereignisse, Forschungen, Forschungsergebnisse) Verwendet die Informationen der Primärliteratur
Glaubwürdigkeit Hoch, durch die Nähe zum Thema Gering, denn die Informationen könnten verändert worden sein
Verwendung in wissenschaftlichen Arbeiten Ja Nur in Ausnahmen (kein Zugriff auf die Primärliteratur)

Literatur-Typen und Literatur-Arten

Während die zuvor beschriebenen Themen die verschiedenen Literatur-Typen behandelt haben, werden im folgenden die verbreitetsten Literatur-Arten vorgestellt. Dabei sind Literatur-Arten eine Unterordnung der Literatur-Typen, wodurch die verschiedenen Exemplare einer Literatur-Art immer einem Literatur-Typ zugewiesen werden können. Die bekanntesten Literatur-Arten sind:

Monographie

Eine Monographie ist die am weitesten verbreitete Literatur-Art. Die meisten wissenschaftlichen Fachbücher fallen unter diese Kategorie. Dabei behandelt eine Monographie nur ein Thema und dieses wird umfassend bearbeitet und analysiert. Das Thema einer Monographie kann nahezu jeder zu beschreibende Gegenstand sein, wozu unter anderem Personen, Sachverhalte, Phänomene, Ereignisse und auch Fragestellungen zählen. Eine Monographie wird dabei immer vollständig von einem Autor oder denselben Autoren verfasst.
Dadurch, dass ein Großteil der wissenschaftlichen Literatur als Monographie klassifiziert wird, sind Monographien für wissenschaftliche Arbeiten essenziell.

Sammelband

Ein Sammelband besteht aus mehreren Aufsätzen oder Texten zu einem bestimmten Themengebiet. Die einzelnen Aufsätze oder Texte stammen dabei von unterschiedlichen Autoren und werden in einem Sammelband zusammengetragen. In einem Sammelband bildet jeder dieser Texte zumeist ein Kapitel.
Das Zusammentragen der einzelnen Texte und die Veröffentlichung des Sammelbandes unterliegt den Aufgaben des Herausgebers des Sammelbandes. Der Herausgeber kann entweder nur als Herausgeber agieren und das Werk veröffentlichen, aber er kann auch als Autor in dem Sammelband auftreten und Teile des Sammelbands selbst verfassen.
Der Sammelband ist, ebenso wie die Monographie, ein entscheidender Bestandteil der wissenschaftlichen Literatur und somit für wissenschaftliche Arbeiten sehr relevant.