Sender-Empfänger-Modell – Definition & Störungsquellen

15.09.20 Weitere Forschungsmethoden Lesedauer: 8min

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Das Sender-Empfänger-Modell, ein Kommunikationsmodell, ist eine grundlegende Methodik in der Kommunikationstheorie. Das Modell beschreibt den Prozess der Übertragung einer Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger. Es besteht aus dem Sender, dem Kanal und dem Empfänger. In diesem Beitrag erfährst du alles rund um das Sender-Empfänger-Modell, von Beispielen bis hin zu möglichen Störungen.

Sender-Empfänger-Modell „einfach erklärt“

Das Sender-Empfänger-Modell erklärt, wie Kommunikation funktioniert, indem es uns hilft zu verstehen, warum manchmal Missverständnisse entstehen und wie wir effektiver kommunizieren können. Das Sender-Empfänger-Modell besteht aus mehreren Schlüsselkomponenten: dem Sender, dem Kanal, dem Empfänger und oft auch den Störungen während des Übertragungsprozesses.

Definition: Sender-Empfänger-Modell

Das Sender-Empfänger-Modell wurde von Claude E. Shannon und Warren Weaver entwickelt. Diese hatten das Ziel, die Übermittlung von Nachrichten per Funk und Telefon zu optimieren. Das Kommunikationsmodell geht davon aus, dass es bei der Kommunikation zwischen Personen genau wie bei der Nachrichtenübertragung zwei Seiten gibt, nämlich einen Sender und einen Empfänger. Es hilft, die Herausforderungen und möglichen Fehlerquellen im Kommunikationsprozess zu identifizierenum die Verständigung zwischen Sender und Empfänger zu verbessern.

Die Methodik hat weitreichende Anwendungen gefunden, von der Massenkommunikation über persönliche Interaktionen bis hin zu technischen Systemen, und hilft dabei, die Herausforderungen und Barrieren in der effektiven Kommunikation systematisch zu identifizieren und zu adressieren.

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Formen der Kommunikation

Es gibt drei Formen, in denen die Kommunikation des Sender-Empfänger-Modells ablaufen können. Einmal die verbale Kommunikation, unter der gesprochene oder geschriebene Worte verstanden werden. Dann gibt es noch die nonverbale Kommunikation, mit der Gestik, Mimik oder Körperhaltung gemeint sind. Die dritte Form der Kommunikation ist die paraverbale Kommunikation, die die Artikulation der Stimme, also unter anderem die Lautstärke und das Sprechtempo, umfasst. Während die verbale Kommunikation den Inhalt dessen bestimmt, was wir mitteilen möchten, also die eigentliche Botschaft, beeinflussen die nonverbale und paraverbale Kommunikation die Art und Weise, wie diese Botschaft überbracht wird. Deshalb sind die beiden Kommunikationsformen für ein vollständiges Verständnis zwischen Sender und Empfänger unerlässlich.

Sender-Empfänger-Modell - Formen der Kommunikation

Kommunikationsprozess

Das Sender-Empfänger-Modell fasst den Kommunikationsprozess zwischen Menschen in Anlehnung an die Übertragung von Informationen am Telefon zusammen. Es betont die Bedeutung einer klaren Kodierung, einer störungsfreien Übertragung, einer effektiven Dekodierung und eines konstruktiven Feedbacks für eine erfolgreiche Kommunikation. Der Kommunikationsprozess kann in mehrere Schritte unterteilt werden. Der gesamte Kommunikationsprozess wird von einem Kontext umgeben, der kulturelle, soziale, physische und psychologische Faktoren umfassen kann, wodurch sowohl die Übertragung als auch die Interpretation der Nachricht beeinflusst werden könnte.

Kommunikationsprozess Beschreibung
1. Mitteilung Eine Person möchte einen Gedanken, ein Gefühl oder einen sachlichen Fakt mitteilen, wodurch sie zum Sender wird.
2. Kodierung Der Sender, kodiert beziehungsweise verschlüsselt die Information, die er teilen möchte, in eine Nachricht, indem er diese in eine Form umwandelt, die übermittelt werden kann. Der Code kann in Form von Sprache, Schrift, Bild, Körpersprache oder einer anderen Kommunikationsform auftreten.
3. Kommunikations- kanal Die kodierte Nachricht wird über einen Kommunikationskanal, der physisch oder digital sein kann, an den Empfänger gesendet. Während dieser Übertragung wird die Nachricht verschiedenen Arten von Störungen ausgesetzt, welche die Klarheit der Nachricht beeinträchtigen können.
4. Dekodierung Beim Erhalt der Nachricht muss der Empfänger diese dekodieren, also sie aus ihrer übermittelten Form in eine verständliche Information umwandeln. Der Erfolg dieses Schrittes hängt stark von der Fähigkeit des Empfängers ab, die vom Sender verwendeten Codes oder Symbole zu deuten.
5. Reaktion Danach kann der Empfänger eine Reaktion an den Sender zurücksenden. Diese signalisiert dem Sender, ob die Nachricht verstanden wurde oder ob Missverständnisse aufgetreten sind. Durch eine Reaktion wird eine neue Kommunikationsrunde initiieren, bei der Sender und Empfänger vertauscht werden.

Sender-Empfänger-Modell-Kommunikationsprozess

Sender-Empfänger-Modell: Beispiel

In diesem Beispiel wird der gesamte Kommunikationsprozess des Sender-Empfänger-Modells durchlaufen.

1. Mitteilung: Wer spricht?

Alex möchte seinem Freund Jamie mitteilen, dass er sich verspäten wird. In diesem Fall ist Alex der Sender, der den Wunsch hat, eine spezifische Information zu teilen.

2. Kodierung: Was wird übermittelt?

Alex entscheidet sich dafür, seine Nachricht über Text zu kommunizieren. Er tippt eine Nachricht auf seinem Smartphone, in der steht: «Ich stecke im Verkehr fest und werde wahrscheinlich 15 Minuten zu spät kommen.»

3. Kommunikationskanal: Wie wird übermittelt?

Er wählt WhatsApp als Kommunikationskanal, um seine Nachricht zu übermitteln. Während der Übertragung könnte es potenzielle Störungen geben, wie ein schlechtes Signal, dass die sofortige Zustellung der Nachricht verzögern könnte.

4. Dekodierung: Wie ist die Wirkung?

Jamie erhält die Nachricht auf seinem Smartphone. Er liest die Textnachricht und versteht, dass Alex sich verspäten wird. Jamies Fähigkeit, die Nachricht zu dekodieren, hängt von seinem Verständnis der Sprache und des Kontextes ab, in dem «im Verkehr feststecken» und «15 Minuten zu spät kommen» klare Bedeutungen haben.

5. Reaktion: Der Empfänger reagiert auf das Signal und wird selbst zum Sender.

Jamie entscheidet sich daraufhin Alex zurückzuschreiben, um zu signalisieren, dass er die Nachricht verstanden hat und kein Problem mit der Verspätung hat. Er antwortet: «Kein Problem, ich warte hier. Fahre vorsichtig!»

Störungsquellen

Das Sender-Empfänger-Modell sagt aus, dass Kommunikation dann erfolgreich ist, wenn die vom Sender übermittelte Botschaft beim Empfänger unverändert ankommt. Jedoch unterliegt jeder Schritt im Sender-Empfänger-Modell verschiedenen Einflüssen, welche zu Fehlern und somit Kommunikationsproblemen führen können.

Störung durch den Code

Sobald Sender und Empfänger unterschiedliche Sprachen sprechen, ist dadurch die Kommunikation erschwert.

Beispiel

Der Sender spricht einen bayrischen Dialekt, aber der Empfänger kommt aus Niedersachsen. Dadurch kann der Empfänger regionaltypische Begriffe nicht verstehen.

Störung durch äußere Einflüsse

Unter anderem Lärm und Nebengeräusche können die Übertragung des Gespräches mit beeinflussen.

Beispiel

Durch die Hintergrundgeräusche des Gesprächs am Nachbarschreibtisch wird das Telefonat mit einem Kunden deutlich erschwert.

Störung durch unterschiedliche kulturelle Herkunft

Wenn der Sender und der Empfänger aus verschiedenen Kulturkreisen kommen, können die gesendeten Signale laut dem Sender-Empfänger-Modell missverstanden werden.

Beispiel

Der Sender sitzt entspannt mit übergeschlagenem Bein dem Empfänger gegenüber. Der Empfänger, der einem asiatischen Kulturkreis angehört, deutet die auf ihn gerichtete Schuhspitze als Respektlosigkeit.

Störung durch fehlende Aufmerksamkeit

Wenn der Empfänger dem Sender nicht seine volle Aufmerksamkeit widmet, stört dies die Übertragung.

Beispiel

Ein Schüler sitzt gelangweilt im Unterricht und widmet dem Vortrag des Lehrers nicht seine volle Aufmerksamkeit. Dadurch wird die Übertragung der Informationen des Lehrers an den Schüler gestört.

Störung durch die mehrfache Übertragung

Der sogenannte Stille-Post-Effekt führt bei wiederholter Übertragung zu einer Verfälschung des Gesagten.

Beispiel

Ein Sender übermittelt die Botschaft: «Max ist krank.» Der Empfänger nimmt diese Botschaft sowie die Mimik und den Tonfall des Senders auf und interpretiert die Nachricht und die Einflüsse als bedrohlich. Der Empfänger wird zum Sender und übermittelt an einen weiteren Empfänger die Nachricht: «Max ist schwer krank.» Durch weitere Übertragungen kommt es zu: «Max hat Krebs.»

Störung durch unterschiedliche Voraussetzungen

Wenn der Sender Wissen voraussetzt, über welches der Empfänger aber nicht verfügt, kann die Kommunikation nicht gelingen.

Beispiel

Die moderne Verwaltungssprache benutzt Begriffe, die für die Allgemeinheit nicht zu verstehen sind. Wörter wie «Planfeststellungsverfahren» oder «Ordnungsverfügung» sind typische Beispiele dafür.

Störung durch Zugehörigkeit zu verschiedenen Generationen

Die Jugendsprache unterscheidet sich von der Sprache älterer Menschen, was zu Missverständnissen zwischen den Generationen führen kann.

Beispiel

Ein Jugendlicher sagt zu seiner Oma: «Ich wollte heute Nachmittag mit Max abhängen, aber er war irgendwie sus, also habe ich es gelassen.» Die Großmutter, die mit diesem Ausdruck nicht vertraut ist, ist verwirrt und denkt, ihr Enkel spricht von einem unbekannten Wort oder Konzept. Sie interpretiert «sus» fälschlicherweise als einen Namen, einen Fehler in der Aussprache oder etwas völlig anderes. Die Bedeutung von «sus» führt hier zu einem Missverständnis, da die ältere Generation den Begriff nicht kennt oder verwendet.

Vor- und Nachteile

Das Sender-Empfänger-Modell zeigt einem, was bei der Kommunikation relevant ist, aber es vernachlässigt auch ein paar Punkte. Dennoch war das Sender-Empfänger-Modell Ausgangspunkt für weitere anerkannte Kommunikationsmodelle, wie dem 4-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun.

Vorteile

Das Sender-Empfänger-Modell hat einige Vorteile zu bieten.

  • Verständliche Grundlage: Das Sender-Empfänger-Modell stellt Grundlagen der Kommunikation einfach und verständlich dar.
  • Ursache von Störungen erkennen: Es hilft dabei, Kommunikation mit ihren zwei Seiten zu verstehen und die Ursachen für Störungen zu erkennen.
  • Schafft Bewusstsein: Das Sender-Empfänger-Modell macht bewusst, dass es wichtig ist, durch Nachfrage beim Empfänger zu prüfen, ob das Gesagte auch richtig angekommen ist. Ebenso kann der Empfänger nachfragen, ob das von ihm Verstandene auch so gemeint war.

Nachteile

Auch wenn das Sender-Empfänger-Modell einige Vorteile hat, beinhaltet es dennoch auch Nachteile.

  • Nur Weitergabe von Informationen: Kommunikation hat viele Gesichter und dient nicht nur der Weitergabe von Informationen. Die Begrüßung von Menschen, der Ausdruck von Trauer oder Freude, sind ebenso Formen einer Kommunikation.
  • Keine Differenzierung der Übertragungskanäle: Es fehlt die Differenzierung der Übertragungskanäle, denn das direkte Gespräch unterliegt anderen Herausforderungen als ein Brief, eine E-Mail oder ein Telefonat.
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Häufig gestellte Fragen

Mit dem Sender-Empfänger-Modell kann der Ablauf von Kommunikation erklärt werden. Es beschreibt, dass erfolgreiche Kommunikation nicht nur davon abhängt, was der Sprecher sagt, sondern auch davon, was beim Empfänger ankommt und wie dieser das Gesagte versteht.

Das Sender-Empfänger-Modell beschreibt den Vorgang, bei dem eine Nachricht von einem Sender an einen Empfänger gesendet wird. Der Sender beginnt diesen Prozess, indem er seine Gedanken in eine kommunizierbare Form umwandelt, sei es durch Sprache, Schrift oder Körpersprache. Diese Umwandlung wird als Kodierung der Nachricht bezeichnet. Anschließend wird diese kodifizierte Nachricht als Signal an den Empfänger übermittelt.

Ja, im Sender-Empfänger-Modell können Störungen auftreten. So kann es Störungen durch den Code, durch äußere Einflüsse, durch eine unterschiedliche kulturelle Herkunft, durch fehlende Aufmerksamkeit, durch mehrfache Übertragung, durch unterschiedliche Voraussetzungen und durch die Zugehörigkeit zu verschiedenen Generationen geben.

Das Sender-Empfänger-Modell unterscheidet zwischen verbaler, paraverbaler und nonverbaler Kommunikation. Bei der verbalen Kommunikation werden gesprochene oder geschriebene Worte beschrieb, die den Inhalt der Botschaft bestimmen. Die nonverbale Kommunikation verwendet Gestik, Mimik oder Körperhaltung, um Informationen zu vermitteln und die Art und Weise der Übermittlung zu beeinflussen. Unter der paraverbalen Kommunikation wird die Artikulation der Stimme verstanden, einschließlich Aspekte wie Lautstärke und Sprechtempo, die ebenfalls die Kommunikation beeinflussen.

Der größte Vorteil des Modells und der entscheidende Grund dafür, dass das Sender-Empfänger-Modell auch heute noch als Grundlage verwendet wird, ist die einfache Beschreibung des Kommunikationsprozesses und die Berücksichtigung der wichtigsten Einflussfaktoren.