Referat-Aufbau – Alles auf einen Blick

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Referat-Aufbau-Definition

Neben schriftlichen Ausarbeitungen zählen auch Referate zu den häufigsten Formen an Leistungsnachweisen, die du im Rahmen eines Studiums erbringen musst. Ähnlich wie bei wissenschaftlichen Arbeiten gilt es dabei auf einen logischen und nachvollziehbaren Aufbau zu achten. Worauf es beim Referat-Aufbau ankommt und welche Komponenten dieser unbedingt umfassen sollte, verraten wir dir in diesem Artikel.

Referat-Aufbau «einfach erklärt»

Ein guter Referat-Aufbau besteht aus der klassischen Struktur aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Stelle dein Thema also zunächst vor, präsentiere anschließend Daten und Fakten und alle Informationen zu deinem Thema, um zu guter Letzt ein plausibles Fazit ziehen zu können.

Definition: Referat-Aufbau

Ein Referat ist ein Präsentationsformat von Informationen, das in der Schule, an der Universität oder auch im späteren beruflichen Alltag häufig vorkommt. Der gängige Referat-Aufbau besteht aus drei Komponenten: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Referate werden häufig als Bestandteil von Seminaren gehalten und fließen in der Regel in die Benotung des Seminars mit ein.3

Durch deinen Referat-Aufbau solltest du versuchen, einen Blick in die von dir bearbeitete Thematik zu geben, Aspekte und Erkenntnisse der Forschung darstellen und im besten Fall den Boden für eine Anschlussdiskussion aufzubereiten.1

Die Wahl des Referats-Themas

Bevor du dich eingehend mit dem Referat-Aufbau beschäftigen kannst, musst du das Thema festlegen. Je nachdem, ob dir die Themenwahl freigestellt ist, die Lehrveranstaltungsleitung ein Thema vorgibt oder du aus einer Themenpalette wählen kannst, hast du mehr oder weniger viel Gestaltungsspielraum. Dein Thema sollte dennoch bestimmte Anforderungen erfüllen:

  • Verbindung zu den Lerninhalten
  • persönliches Interesse
  • neue Inhalte präsentieren; keine reine Wiederholung

Den jeweiligen Erkenntnisstand solltest du im Hinblick auf relevante Forschungsfragen, theoretische Annahmen sowie empirische Untersuchungsergebnisse darstellen. Daraus lassen sich wiederum Thesen, Diskussionsimpulse sowie praxisbezogene Schlussfolgerungen ableiten.1

Oftmals können Referate die Grundlage für deine Seminar- bzw. Hausarbeit sein. Behalte das im Hinterkopf, wenn du dir dein Thema aussuchst. Durch die Recherche zu deinem Referat kannst du dir also wichtiges Wissen für die spätere Verschriftlichung aneignen.

Vor dem Referat-Aufbau – die Recherche

Bevor du deinen Referat-Aufbau festlegst, musst du auch noch eine inhaltliche Recherche betreiben. Als Ausgangspunkt für die Informationssuche bieten sich Überblicksdarstellungen (etwa in Handbüchern) an. Im Anschluss daran erfolgt die intensivere Literaturrecherche, wofür sich unter anderem Fachzeitschriften, Monografien oder Dissertationen anbieten.

Von Vorteil ist es auch, sich im Rahmen der Vorbereitung mit dem Dozenten zu besprechen, da dieser dich auf nützliche Einstiegsquellen verweisen kann. Des Weiteren empfehlen wir dir, während der Literaturrecherche Notizen anzufertigen und parallel dazu Überlegungen zum Referat-Aufbau anzustellen.

Der Referat-Aufbau

Der Referat-Aufbau richtet sich im Einzelnen natürlich immer nach Fachbereich, Thema und den vorgegebenen Anforderungen. Davon unbeschadet lässt sich sagen, dass Einleitung, Hauptteil und Schluss sich als Grundstruktur in allen gelungenen Referaten widerspiegeln. Näheres erläutern wir dir in den nachfolgenden Absätzen.

Referat-Aufbau: Die Einleitung

Der Referat-Aufbau beginnt mit der Einleitung, die immer auch eine Gliederung umfasst. Diese legt die Struktur der Präsentation offen und kündigt an, welche Aspekte im Laufe des Vortrags behandelt werden. Hierdurch erleichterst du deinen Zuhörern die Orientierung.3

Im Anschluss daran führst du das eigentliche Referatsthema ein, etwa durch die Begründung seiner Relevanz. Um gleich zu Beginn die Aufmerksamkeit des Publikums zu erlangen, kannst du dich beispielsweise eines Zitates, einer Anekdote oder eines aktuellen Anlasses bedienen.2

Im Folgenden einige Formulierungsvorschläge zu Einleitung des Referat-Aufbaus.

Beispiel:

  • «Aus aktuellem Anlass habe ich Thema X gewählt…»
  • «Die Relevanz dieses Themas wird im folgenden Zitat auf den Punkt gebracht…»
  • «Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen habe ich mich für dieses Thema entschieden.»

Referat-Aufbau: Der Hauptteil

Im Hauptteil geht es um die zu deinem Thema gesammelten Erkenntnisse sowohl theoretischer als auch empirischer Natur, wie du sie der verwendeten Literatur entnommen hast.1 Den Hauptteil solltest du immer in Sinnabschnitte unterteilen, die aufeinander aufbauen.3 Verknüpfungen kannst du etwa durch chronologische Abfolgen, Gegenüberstellungen oder die «These/Gegenthese»-Methode herstellen.1

Sofern dies nicht bereits in der Einleitung erfolgt ist, bietet es sich an, zu Beginn des Hauptteils grundlegende Begriffe zu definieren. Abgeschlossen wird er durch das Einbringen persönlicher Perspektiven (Bewertung, Interpretation, eigene Forschung usw.)2 oder den Übergang zu einer Diskussion.

An folgenden Formulierungsvorschlägen kannst du dich beim Hauptteil des Referat-Aufbaus orientieren:

Beispiel:

  • «Zunächst möchte ich einige grundlegende Begriffe erläutern.»
  • «Eine Gruppe von Autoren vertritt die Hypothese A, die andere Gruppe Hypothese B.»
  • «Meine Recherchen führen mich zu folgender These…»

Referat-Aufbau: Der Schluss

Der Schluss dient als Resümee und Gelegenheit zur Rekapitulation deiner wichtigsten Aussagen. Wurde zu Beginn eine Frage aufgeworfen, kannst du diese an dieser Stelle beantworten.2

Außerdem kannst du am Ende deines Referats noch einmal Thesen formulieren, die sich zur weiteren Diskussion eignen. Auch in der Literatur weiterhin offene Fragen sowie mögliche Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschung kannst du im Fazit ansprechen.1

Entsprechend dem typischen Referat-Aufbau werden die für die Präsentation relevanten Literaturangaben am Ende angefügt. Auch auf dem Handout gilt es, die entsprechenden Quellenverweise anzugeben.1

Unsere Formulierungsvorschläge zum Punkt Referat-Aufbau/Schluss:

Beispiel:

  • «Wie im Hauptteil erwähnt, komme ich zu folgender These…»
  • «Zusammenfassend lässt sich unter Berücksichtigung der Literatur sagen, dass…»
  • «Am Ende meines Referats möchte ich noch einmal betonen…»

Fünf Tipps zum Referat-Aufbau

Abschließend möchten wir dir noch wichtige Tipps zum Thema Referat-Aufbau mit auf den Weg geben:

1. Logischer Referat-Aufbau: Versetze dich in die Position deines Publikums und konzipiere basierend auf diesem Wissensstand deinen Referat-Aufbau. Sind alle Aspekte und Gliederungspunkte in dem Referat-Aufbau für eine logische Informationsabfolge erfüllt?

2. Referat-Aufbau deutlich machen: Wenn du den Referat-Aufbau im Rahmen der Einleitung und des Handouts deutlich machst, tust du deinem Publikum damit einen großen Gefallen. Die Gliederung verleiht deinen Ausführungen Struktur und erleichtert es deinen Zuhörern, dir aufmerksam zu folgen.

3. Richtige Körpersprache: Dein Referat-Aufbau kann sehr gut sein, wird aber bei mangelnder Präsentationsfähigkeit leider nicht zur Geltung kommen. Achte also darauf, Blickkontakt zum gesamten Publikum (nicht nur zum Seminarleiter!) zu halten und alle Anwesenden anzusprechen.

4. Angemessenes Sprechtempo: Ggf. hast du eine strikte Zeitvorgabe für die maximale Länge deines Referats. Hetzte dich aber nicht beim Vortragen, sondern lasse eher weniger wichtige Aspekte weg.

5. Möglichst frei reden: Auch die freie Rede zählt zu den Qualitätsmerkmalen eines gelungenen Referats.2 Wenn du mit PowerPoint arbeitest, solltest du die Präsentationsfolien als Unterstützung und nicht als Hauptinhalt des Referats ansehen.1 Ein reines «Ablesen» solltest du unbedingt vermeiden, sofern dies möglich ist!

Häufig gestellte Fragen

Eine allgemeingültige Gliederung gibt es nicht. Du kannst dich jedoch grundsätzlich an der typischen Aufteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss orientieren.2 Welche Aspekte schlussendlich genau in den Hauptteil kommen, hängt von deinem Thema und Publikum ab.

Der Referat-Aufbau ähnelt der Struktur einer schriftlichen Studienarbeit.2 Allerdings gibt es auch Elemente, die nur in einer schriftlichen Arbeit vorkommen (etwa Vorwort, Nachwort, Anhang usw.). Grundsätzlich kannst du deinen Referat-Aufbau als Grundlage für die Verschriftlichung des Themas in der Hausarbeit nehmen.

Die Einleitung im Referat-Aufbau kann sich unter anderem der Vorstellung der Thematik, der Begründung ihrer Relevanz sowie der Erläuterung der weiteren Gliederung widmen.3

Im Hauptteil steht die Darstellung der wichtigsten Daten, Tatsachen, und Zusammenhänge im Vordergrund. Ebenso kannst du im Hauptteil deine zentralen Thesen und Argumente vorstellen.3

Der Schluss dient als Fazit im Sinne einer Rekapitulation deiner wichtigsten Aussagen und Ergebnisse. Ebenso kann der Schluss den Ausgangspunkt für eine anschließende Diskussion darstellen.3

Quellen

1 Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten im Fach Kommunikationswissenschaft: Leitfaden zur Vorbereitung eines Referates mit Handout, in: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 2009,  [online] https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/kowi/kmg/leitfaden-referat.pdf (abgerufen am 22.10.2022)

2 Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung Österreich: Aufbau von Referaten, in: Studienberatung.at, o. D., [online] https://www.studierendenberatung.at/studienbewaeltigung/referate-halten/aufbau-von-referaten/ (abgerufen am 22.10.2022)

3 Hochmuth, Hanno: Vortragsskript zum Referat. Das Referat. Hinweise zur formalen und inhaltlichen Gestaltung, in: Freie Universität Berlin, o. D., [online] https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/fmi/bereiche/phm/arbeitstechniken/arbeitspapiere/Hochmuth_Das_Referatsskript.pdf (abgerufen am 22.10.2022)