Der rote Faden – Logischer Aufbau der Bachelorarbeit

24.06.16 Allgemeines zum wissenschaftlichen Schreiben Lesedauer: 9min

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Den roten Faden ziehen in wissenschaftlichen Arbeiten

Ein wissenschaftlicher Text zeichnet sich vor allem durch eine inhärente Logik aus. Das heißt, dem Leser muss zu jeder Zeit klar sein, was er sich davon versprechen kann, deinen Text zu lesen, und weshalb alles, was du ihm vorsetzt, wichtig für das Ergebnis ist, welches du präsentieren möchtest. Hierfür spielt der berühmt-berüchtigte „rote Faden“ gerade beim Verfassen der HausarbeitBachelorarbeit oder Masterarbeit eine wesentliche Rolle.

Häufig gestellte Fragen

Beim Schreiben deiner Bachelorarbeit solltest du darauf achten einen roten Faden einzubauen. Doch was ist eigentlich der rote Faden?

Es handelt sich hierbei nicht um ein Ding, sondern um ein Handwerk. Deine Bachelorarbeit sollte eine innere Logik haben und zwar von der Fragestellung über die aufgeführten Argumente bis hin zu einer nachvollziehbaren Schlussfolgerung.

Der rote Faden sollte sich durch die komplette Arbeit sprich Einleitung, Hauptteil und Schlussteil ziehen. Den roten Faden richtig in deine Bachelorarbeit einzubauen ist nicht ganz einfach aber man kann es lernen. Der rote Faden sollte auf verschiedenen Ebenen sichtbar sein. Auf der sprachlichen Ebene, der gedanklichen Ebene und der Gliederungsebene.

In diesem Beitrag erhältst du detaillierte Informationen und Hilfestellungen, um deiner Bachelorarbeit einen roten Faden zu verpassen.

Um deinen roten Faden zu stärken gibt es ein paar Dinge auf die du achten solltest. Es ist wichtig, dass deine Arbeit von Redundanzen befreit ist. Das heißt es sollte auf Wiederholungen von Theorien oder ähnlichem verzichtet werden. Außerdem solltest du Überflüssiges vermeiden, sprich nichts näher erläutern das nicht im Zusammenhang mit der Forschungsfrage deiner Arbeit steht.

Definition: Roter Faden

Der rote Faden ist ein bildlicher Ausdruck, der sich auf die innere Logik einer wissenschaftlichen Arbeit bezieht. Jede gute Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen roten Faden hat, das heißt, es gibt eine klare Fragestellung, die durch eine stichhaltige Argumentation beantwortet wird. Der rote Faden verdeutlicht, dass die Arbeit ein klares Ziel anstrebt und dem Leser am Ende einen Erkenntnisgewinn bietet.

Die Forschungsfrage selbst gibt die Richtung vor und es sollen nur Elemente in die Arbeit miteinfließen, die zur Beantwortung der Forschungsfrage nötig sind. Somit knüpft man den roten Faden auf verschiedenen Ebenen. Zum einen ist das die Gliederungsebene, durch eine logische Abfolge der Kapitel, die aufeinander aufbauen. Des Weiteren sollte man einen roten Faden auch auf der gedanklichen Ebene durch Quellenbelege, die die eigene Argumentation stützen, knüpfen, sowie auf sprachlicher Ebene durch verbindende Textelemente und Zusammenfassungen, die den Leser ganz bewusst durch den Text führen.

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Der „rote Faden“: Erklärung

Diesen metaphorischen Begriff „roter Faden“ führen viele im Munde, doch nicht jedem ist klar, was damit gemeint ist. Dozenten sagen oftmals: „Ihre Bachelorarbeit sollte einen roten Faden haben, die einzelnen Gliederungspunkte müssen in einem adäquaten Rahmen abgehandelt werden und Redundantes ist natürlich zu streichen“; was von Studierenden brav abgenickt und hastig als Vermerk auf ein Notizblatt gekritzelt wird: ‚Arbeit soll einen roten Faden haben.‘ Was sich dahinter verbirgt, zeigt das folgende Zitat:

„Als Theseus auf Kreta gelandet und vor dem König Minos erschienen war, zog seine Schönheit und Heldenjugend die Augen der reizenden Königstochter Ariadne auf sich. Sie gestand ihm ihre Zuneigung in einer geheimen Unterredung und händigte ihm einen Knäuel Faden aus, dessen Ende er am Eingang des Labyrinths festknoten und den er während des Hinschreitens durch die verwirrenden Irrgänge in der Hand ablaufen lassen sollte, bis er an die Stelle gelangt wäre, wo der Minotaurus seine grässliche Wache hielt“ (Antike Sage nach Gustav Schwab, zitiert in Oertner, St. John & Thelen 2014: 117).

Anstelle der ziellosen Aneinanderreihung einzelner Argumente und Gedanken (Labyrinth) soll der Leser an die Hand genommen und durch die Argumentation geführt werden (roter Faden). Jederzeit muss es ihm ersichtlich sein, wo er sich befindet und was er am Ende der Bachelorarbeit, Hausarbeit oder Masterarbeit zu erwarten hat (genau wie Theseus, der nur mithilfe des abgelaufenen roten Fadens den Weg aus dem Labyrinth finden wird).

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Zu beachten: Hier wird generell vom roten Faden wissenschaftlicher Arbeiten gesprochen, da dies nicht nur rein auf Bachelorarbeiten beschränkt ist. Vielmehr ist eine inhärente Logik für jede Art wissenschaftlicher Texte maßgeblich, also angefangen bei der Seminararbeit bis hin zu Diplomarbeit, Masterarbeit, oder Dissertation.

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Den roten Faden richtig einbauen

Der rote Faden sollte auf mehreren Ebenen sichtbar werden: auf der sprachlichen Ebene (durch Verbindungswörter), der gedanklichen Ebene (Verknüpfung der Argumente) und der Gliederungsebene: einleitende und überleitende Textpassagen (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 117). Diese Ebenen kann man auch mit den von Rossig & Prätsch verwendeten Begriffen gleichstellen, zum einen die Grobstruktur, bezogen auf die Gliederung, und zum anderen die Feinstruktur, welche die Ausgestaltung der einzelnen Gliederungspunkte bezeichnet (vgl. 2005: 65).

Roter Faden
In Kürze: Die inneren Zusammenhänge müssen für den Leser immer transparent sein – sowohl was den Aufbau der Bachelorarbeit oder Masterarbeit an sich betrifft als auch die einzelnen Unterpunkte der Gliederung, genau darum geht es beim roten Faden. Im Kern ist es eine Sache, die man sich beim Schreiben immer vor Augen halten muss: Welche Erkenntnis soll der Leser dadurch erlangen? Falls du diese Frage nicht klar beantworten kannst, dann läufst du Gefahr, tatsächlich nur ein Wirrwarr an unzusammenhängenden Gedanken zu präsentieren und dein roter Faden geht verloren.

Knüpfelemente

1. roter Faden auf sprachliche Ebene 2. roter Faden auf gedanklicher Ebene 3. roter Faden auf der Gliederungsebene
a) Verbindende Textelemente, z. B. Verbindungswörter (ähnlich, auch …, ebenso)
Begründung/Beleg (weil, deshalb, wie … beweist)
Gegenargumente (obwohl, dennoch, aber, entgegen)
(vgl. Rossig & Prätsch 2005: 152)
a) Argumentationsketten bilden
- Aussagen mit empirischen Ergebnissen anderer begründen
- Argumente aus verschiedenen Quellen zusammentragen und gegenüberstellen
- Eigene Argumentation vorantreiben durch Beurteilen/Bewerten der Aussagen in den verwendeten Quellen (vgl. Kornmeier 2008: 128)
a) Beschreibung der Vorgehensweise
- Warum ist die Arbeit gerade so strukturiert?
- Erläuterung der logischen Abfolge der Kapitel
- Wie bauen die Kapitel inhaltlich aufeinander auf?
(vgl. Winter 2005: 41)
b) Zusammenfassungen
- Ergebnis einzelner Abschnitte am Kapitelende
- zentrale Aussage der Texteinheit ins Bewusstsein rufen (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 127)
b) Leitfragen formulieren:
bereiten den Leser auf die Argumentation vor (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 126)
b) Kapitelüberschriften und Zwischentitel sowie Absätze machen zur Orientierung (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 128)

Der rote Faden: Forschungsfrage

Theisen zeigt auf, wie diese Elemente für deinen roten Faden zusammenwirken, denn „In jeder guten wissenschaftlichen Arbeit sollten die zentralen Gedanken des Verfassers sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text ziehen“ (2013: 117). Die Betonung liegt hier auf den zentralen Gedanken und diese ergeben sich aus der Forschungsfrage bzw. sind ein Teil davon und die gesamte Arbeit muss darauf abgestimmt sein (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 17).

Damit erklärt sich auch obige Aussage über den adäquaten Rahmen und das Streichen von Redundantem. Sowohl die grobe Gliederung an sich orientiert sich an der Forschungsfrage als auch werden die einzelnen Punkte so abgearbeitet, wie es angemessen und nötig ist, damit man eine wissenschaftliche Antwort auf die Frage finden kann und so einfacher einen roten Faden durch die Arbeit zieht.

Tipp: Um die Überlegungen, was zur Beantwortung der Forschungsfrage nötig ist, in eine gezielte Richtung zu leiten, empfiehlt es sich, Unterfragen zu formulieren (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 27). Das heißt, durch das sukzessive Abarbeiten der Unterfragen, die alle aufeinander aufbauen, steuerst du gezielt auf die Beantwortung der Forschungsfrage zu – und mit dir auch dein Leser und du ziehst ganz automatisch den roten Faden durch deine Bachelorarbeit.

Den roten Faden stärken

Generell muss auch auf Redundantes, also Überflüssiges, verzichtet werden, um den roten Faden möglichst gut durch die eigene Bachelorarbeit zu ziehen. Also auf alles, was nicht direkt im Zusammenhang mit der Forschungsfrage steht. Schließlich würde es dich sicherlich auch irritieren, wenn du in einer fremden Stadt nach dem Weg zum Bahnhof fragst und als Antwort nicht nur die Wegbeschreibung, sondern auch eine ausführliche Erläuterung aller Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg dorthin liegen, bekommen würdest. Wenn du also über die gesellschaftliche Entwicklung im 18. Jahrhundert schreiben und zunächst im Detail über das 16. und 17. Jahrhundert berichtest, wird sich der Leser ernsthaft fragen, wieso dies relevant sein sollte.

Achtung: Die Entscheidung von Relevanz und Redundanz ist immer eine Abwägung, da die Arbeit als geschlossene Einheit für sich selbst sprechen muss. „Es ist wie bei einem Schrankbausatz aus einem Mitnahme-Möbelhaus: Wenn die Anleitung unleserlich und unverständlich ist, kommt eben kein Vertreter des Hauses vorbei und erklärt Ihnen, wie die Teile zusammengehören“ (Winter 2005: 63). Das heißt, dass du nicht davon ausgehen solltest, dass Punkte, die mit dem Betreuer besprochen wurden, nicht erwähnt werden müssen, weil dieser weiß, worum es geht. Dies wäre mehr ein Sparen an der falschen Ecke, denn überflüssig ist wirklich nur, was der Forschungsfrage nicht dienlich ist, nicht, was als Wissen beim Leser vorausgesetzt wird oder eben nicht (vgl. Winter 2005: 63). Am besten, du behältst im Hinterkopf, dass der rote Faden sich durch deine Arbeit ziehen soll, und dieser ohne Unterbrechung fortgeführt wird, d. h. Informationen, die für die Argumentation wichtig sind, sollten auch gegeben werden.

Natürlich kann es vorkommen, dass man das Gefühl hat, durch die selektive Auswahl der Argumente, welche den roten Faden bilden, die eine oder andere Sache nicht beleuchten zu können, da diese nicht von direkter Relevanz ist. Doch auch für dieses Problem gibt es eine Lösung, denn hier kann man Fußnoten setzen und diese für Bemerkungen nutzen. Dies gefährdet den roten Faden nicht und zeigt gleichzeitig, dass man verschiedene Möglichkeiten ausgelotet hat.

Tipp: Teste den roten Faden durch Leserfragen auf seine Reißfestigkeit, das heißt, wechsle die Perspektive und versetze dich in den Leser hinein. Lässt sich zu einem Abschnitt keine sinnvolle Frage finden, kann es ein Bruch in der Argumentation sein. Entweder der Abschnitt steht an der falschen Stelle im Zusammenhang oder er ist einfach eines, nämlich schlicht überflüssig (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 128-29). Treibt der Abschnitt also die Argumentation nicht voran: besser streichen.

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Zusammenfassung

  • Der rote Faden ist eine Metapher, welche die Kohärenz (die innere Logik) einer wissenschaftlichen Arbeit, wie die Bachelorarbeit oder Masterarbeit bezeichnet.
  • Der rote Faden wird durch das Zusammenwirken verschiedener Elemente geknüpft:
    1. Auf sprachlicher Ebene durch Verbindungswörter und Zusammenfassungen
    2. Auf gedanklicher Ebene durch das Zusammentragen und Verflechten von Argumenten aus verschiedenen Quellen
    3. Auf der Gliederungsebene durch Beschreibung der logischen Abfolge der einzelnen Kapitel
  • Der rote Faden ergibt sich immer aus der Forschungsfrage: Nur was zu deren Beantwortung nötig ist, stärkt ihn. ABER: Überflüssige Zusätze durchbrechen ihn!
  • Der rote Faden dient dem Leser der Arbeit, denn diesem soll immer bewusst sein, dass ein klares Ziel verfolgt wird, untermauert durch eine transparente Darstellung.

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Quellennachweise

Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2002. Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Kornmeier, Martin. 2013. Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und Dissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Oertner, Monika, Illona St. John & Gabriele Thelen. 2014. Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.

Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009. Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

Winter, Wolfgang. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. 2. Aufl. Frankfurt: Redline Wirtschaft.